Das neue Polen Buchpräsentation im Hohen Haus

Wien (PK) - Zur Präsentation eines neuen Werkes über Politik, Wirtschaft und Recht im heutigen Polen lud Dienstag Abend Nationalratspräsident Andreas Khol ins Hohe Haus. Der Vorstellung des Bandes "Das neue Polen in Europa" wohnte eine nennenswerte Zahl an Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft bei.

Präsident Khol freute sich über die illustre Gemeinde, die sich hier im Hohen Hause eingefunden habe, um dieses Buch gemeinsam aus der Druckerpresse zu heben. Er begrüßte zahlreiche Prominenz, darunter den ehemaligen Bundesratspräsidenten Herbert Schambeck, und wies sodann darauf hin, dass Polen 1989 eine Pionierrolle übernommen und mit seiner tapferen Bevölkerung die Tür zu Frieden und Freiheit in Mitteleuropa aufgestoßen habe. Der Präsident ging in diesem Zusammenhang auf die Entwicklungen des Jahres 1956 in Posen ein und verwies auf den ungarischen Volksaufstand jenes Jahres, der sich dieser Tage zum 50. Mal jährt.

Khol würdigte bei dieser Gelegenheit die Verdienste des österreichischen diplomatischen Dienstes, der sich als Brückenbauer erwiesen habe, und meinte abschließend, man könne froh sein, dass man die Einheit in der Vielfalt in der Europäischen Union gefunden habe. Der Präsident lobte das Buch als wichtigen Beitrag zum besseren Verständnis und empfahl es dem Publikum zur Lektüre.

Gerhard Wagner bedankte sich bei Präsident Khol, dass dieses Buch im Hohen Haus der Öffentlichkeit vorgestellt werden könne und ging sodann auf die Geschichte der österreichisch-polnischen Beziehungen seit 1989 ein. 36 Autoren aus Österreich und Polen hätten das Thema kritisch unter die Lupe genommen, und die Breite der Autorenschaft trage dazu bei, ein konzises Bild vom heutigen Polen zu zeichnen. Wagner sprach von den Zielsetzungen des Werkes und meinte, es sei den Herausgebern darum zu tun gewesen, die Zusammenarbeit zwischen Polen und Österreich weiter zu verbessern und das gegenseitige Verständnis zu fördern.

Franz Merli zeigte sich mit dem Buch zufrieden. Es sei sehr informativ, weise zu jedem Aspekt eine umfangreiche Einführung auf, die dann in weiterführenden Artikeln vertieft werde. Polen sei ein relevanter Spieler auf der europäischen Bühne geworden, es lohne sich, Polen näher zu betrachten, das Buch liefere ein buntes Bild dazu, so der Herausgeber des Werkes.

Marek Jedrys, der Botschafter der Republik Polen in Österreich, ließ die Geschichte seines Landes seit 1989 Revue passieren und zeigte sich mit der zurückgelegten Entwicklung sehr zufrieden. Dank seiner Bürger habe Polen viel erreicht, wobei auch seine Partner, darunter Österreich, einen wichtigen Beitrag geleistet hätten, erinnerte Jedrys. Es gelte, die Zusammenarbeit zwischen Österreich und Polen weiter zu vertiefen, wozu auch dieses Buch seinen Beitrag leisten werde, zeigte sich der Redner überzeugt.

Das neue Polen

Ab Anfang 1989 erwies sich Polen als Vorreiter der Demokratisierung in Osteuropa und wurde so zum Pionier des europäischen Umbruchs. Seit der politischen Wende präsentiert sich Polen, so die Autoren des vorliegenden Bandes, als "dynamisches und innovatives Land", dessen "tief greifende Reformen" in den alten EU-Staaten nur wenig bekannt seien, weshalb sich die Herausgeber dazu entschlossen hätten, ein Werk vorzulegen, das einen Überblick über die Veränderungen in Polens Politik, Recht, Wirtschaft und Gesellschaft bietet, wobei die Schwerpunkte auf die europäische Dimension und auf die Perspektiven der österreichisch-polnischen Beziehungen gelegt wurden.

Im ersten Abschnitt des Bandes wird die Politik behandelt. Themen der einzelnen Beiträge sind unter anderem die Außen- und Sicherheitspolitik Polens, seine Nachbarschaftspolitik, die Reform des politischen Systems, das polnische Parteienspektrum, die Bürgergesellschaft, die regionale Entwicklung und die Zusammenarbeit zwischen Österreich und Polen.

Ein zweiter Teil behandelt das polnische Rechtssystem. Nach einem grundsätzlichen Essay über den Umbau des polnischen Rechts nach 1989 folgen Beiträge zu diversen Teilaspekten wie die Verwaltungsgerichtsbarkeit, der Wettbewerbsschutz, die Liberalisierung der einzelnen Marktsektoren und die Implementierung europäischen Rechts in die polnische Rechtsordnung.

Im dritten Abschnitt werden ökonomische Themen behandelt. So gilt ein Aufsatz den wirtschaftlichen und sozialen Effekten des EU-Beitritts, ein weiterer der Entwicklung des ländlichen Raums und der Landwirtschaft Polens, ein dritter dem bilateralen Handel mit Waren und Dienstleistungen zwischen Österreich und Polen. Weiters wird der Weg Polens in die Eurozone sowie die Umgestaltung des Finanzsystems im Zeichen der Währungsunion durchleuchtet.

Der vierte Teil setzt sich mit gesellschaftlichen Fragen auseinander. So wird das Verhältnis von Kirche, Volk und Staat analysiert, der gesellschaftliche Wandel aufgezeigt, der Wandel im Geschichtsbild dargelegt und die Reform des Bildungswesens nach 1989 beschrieben. Schließlich gibt es noch kurze Darstellungen zur Kultur und einen Essay zum polnischen Feminismus.

Die AutorInnen des Bandes stammen sämtlich aus Polen, Deutschland oder Österreich und sind Wissenschaftler, Diplomaten oder Journalisten. Herausgegeben wurde das Werk von Franz Merli, Rechtsprofessor an der TU Dresden, und Gerhard Wagner, der zwischen 1989 und 2000 Botschafter in Warschau und anschließend in Ljubljana war.

Der Band "Das neue Polen in Europa" ist im Innsbrucker Studien-Verlag erschienen, umfasst 450 Seiten und ist im Buchhandel erhältlich. (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Eine Aussendung der Parlamentskorrespondenz
Tel. +43 1 40110/2272, Fax. +43 1 40110/2640
e-Mail: pk@parlament.gv.at, Internet: http://www.parlament.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NPA0001