Seniorenrats-Enquete: Pflege und Betreuung

Präsidenten Khol und Blecha verlangen rasche Lösung

Wien (OTS) - Der Österreichische Seniorenrat, die überparteiliche Interessenvertretung der Seniorinnen und Senioren, hielt heute im Parlament eine ganztätige Enquete zum Thema "Pflege und Betreuung" mit mehr als 200 Teilnehmern ab. "Diese gesetzliche Interessenvertretung der älteren Generation versucht alle für Senioren relevanten rechtlichen, wirtschaftlichen und sozialen Fragen sozialpartnerschaftlich zu lösen", so der amtsführende Präsident Dr. Andreas Khol in seiner Begrüßungsrede über die Rolle des Seniorenrates und weiters: "Das derzeit wichtigste Thema stellt die Betreuung und Pflege älterer Menschen dar. Es handelt sich hier um Grundsatzfragen, die losgelöst von der aktuellen Tagespolitik zu behandeln sind."

Die im Seniorenrat vertretenen Organisationen haben sich bereits seit längerem mit dieser Problematik beschäftigt. So hat der Österreichische Seniorenbund bereits im Dezember 2005 eine "Denkwerkstatt" in Leben gerufen, in der alle seniorenrelevanten Themen behandelt wurden, wobei die Ergebnisse bereits veröffentlicht wurden und der Pensionistenverband Österreich hat im Mai 2006 eine Fachtagung über die Zukunft des Alterns abgehalten.

Auch Seniorenrats-Präsident Karl Blecha betonte in seiner Rede, dass diese Thematik für eine emotionalisierende Debatte während des Wahlkampfes nicht geeignet war, und man sich daher bewußt im Seniorenrat dafür entschieden hat, diese notwendige große Enquete erst nach der Wahl abzuhalten.
"Eine menschlich leistbare Pflege ist ein Grundrecht" so Karl Blecha im Hinblick darauf, dass oft Pension und Pflegegeld nicht mehr für Betreuung und Pflege ausreichen. "Wichtig ist ein möglichst rascher Konsens" so Blecha weiter, "wobei eine Orientierung am Hausgehilfen-und Hausangestelltengesetz denkbar wäre. Für die 24-Stunden-Betreuung soll jedenfalls ein neuer Kollektivvertrag für die neue Beschäftigungsform "Betreuung daheim" geschaffen werden."

Im Seniorenrat besteht Einigkeit rasch folgende Punkte umzusetzen:

  • Valorisierung des Pflegegelds in Höhe der Pensionsanpassung
  • Ausbau flächendeckender mobiler Hilfsdienste
  • Ausbau der Tagesbetreuung nach dem Grundsatz "Soviel ambulant wie möglich, soviel stationär wie nötig"
  • Teilstationäre Betreuungseinrichtungen und Ausbau der Nacht- und Wochenend-Pflege
  • Ausbau des betreuten Wohnens
  • Sofortige Ausbildungsmaßnahmen für betreuende Angehörige und Rechtsanspruch auf Pflegekarenz für betreuende Personen
  • Einführung eines Pflege-Beratungsschecks
  • Umwandlung von Akut- in Pflegebetten
  • Anpassung der Lebensumstände der Betreuten in stationärer Pflege an normale Alltagsbedingungen
  • Sozialversicherungsrechtliche Maßnahmen zur Absicherung der Tagesbetreuung
  • Flächendeckende Forschungs- und Lehreinrichtungen zu Pflege und Betreuung an Universitäten und Fachhochschulen
  • Modelle für mobile Betreuung und Haushilfe auf Ortsebene sowie Beschäftigungsverhältnisse für pflegende Angehörige bei Hilfsorganisationen
  • Entwicklung eines selbstständigen Berufsbildes für ganztägige AltenbetreuerInnen.

Im Anschluss an diese große Fachenquete wird der Österreichische Seniorenrat sieben Arbeitsgruppen einsetzen. Die Vorschläge werden an die im Nationalrat vertretenen Parteien und an die Bundesregierung übermittelt. "Wir Senioren sind nicht nur Teil des Problems, sondern auch Teil der Lösung" so Khol.

Die einzelnen Arbeitskreise sind:

1) Vorsorge (Finanziell, Wohnbereich, Persönlich, Sozial, Know-How) 2) Ausbildung, Forschung und Qualitätssicherung
3) Struktur und Organisationsfragen zwischen den Gebietskörperschaften
4) Unterstützung für pflegende Angehörige
5) Die Rolle der Freiwilligen-Organisationen
6) Finanzfragen
7) Gesetzgeberische Erfordernisse

Im Rahmen der Diskussionen zu den Referaten bot sich zahlreichen Teilnehmern die Möglichkeit Ihre Ideen und Anregungen einzubringen.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Wolfgang Braumandl
Österreichischer Seniorenrat
Tel.: 01/892 34 65
Sperrgasse 8-10/III, 1150 Wien
www.seniorenrat.at

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