GLOBAL 2000 warnt: Pestizideinsatz in Österreich steigt

Grüner Bericht: Schlechte Noten für Landwirtschaftsminister Prölls Pestizidpolitik

Wien (OTS) - Anlässlich der Veröffentlichung des "Grünen Berichts" kritisiert die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 den Anstieg des Pestizideinsatzes in Österreich seit Amtsantritt von Landwirtschaftsminister Pröll Anfang 2003. Der aktuelle "Grüne Bericht" des Landwirtschaftsministeriums zeigt, dass in den vergangenen drei Jahren der Einsatz von Fungiziden um 22 Prozent, der Einsatz von Insektiziden sogar um 41 Prozent gestiegen ist. Auch bei Herbiziden ist mit 0,5 Prozent ein Anstieg zu verzeichnen. "Aus ökologischer Sicht ist der ausufernde Pestizideinsatz fatal und steht im völligen Gegensatz zur Vision einer nachhaltigen und umweltschonenden Landwirtschaft im Bioland Österreich", kritisiert Helmut Burtscher, Pestizidexperte von GLOBAL 2000. "Anstatt diesem Negativtrend entgegen zu wirken, versucht BM Pröll das Pestizidproblem unter den Teppich zu kehren." So ist auf der Homepage des Lebensministeriums beispielsweise immer noch zu lesen, der Pestizideinsatz in Österreich nehme stetig ab.

Die Realität auf Österreichs Äckern dürfte noch weit schlimmer sein. Denn in den Zahlen des Grünen Berichts sind jene Mengen an Pestiziden, die aus EU-Ländern wie Polen, Ungarn oder Tschechien direkt importiert werden, gar nicht enthalten. "Schätzungen von GLOBAL 2000 gehen davon aus, dass mittlerweile bis zu einem Drittel der in Österreich eingesetzten Pestizide importiert werden und damit in der Statistik nicht aufscheinen", so Burtscher weiter. Der grüne Bericht zeigt auch, dass die Zahl der in Österreich zugelassenen Pestizide in den vergangenen fünf Jahren von 920 auf 2.292 angestiegen ist. Hintergrund ist eine von Landwirtschaftsminister Molterer 2002 im Alleingang durchgesetzte Gesetzgebung, die in der EU ohne Beispiel geblieben ist. Die zahlreichen damit einhergehenden Probleme trafen das Landwirtschaftsministerium völlig unvorbereitet und sind bis heute ungelöst geblieben. Beispielsweise herrschen zwischen Gesundheitsministerium und Landwirtschaftsministerium immer noch unterschiedliche Rechtsauffassungen, welche Höchstgrenzen für Rückstände dieser neuen holländischen Pestizide in österreichischen Lebensmittel erlaubt sind. "Das ist eine für einen Rechtsstaat untragbare Situation", so Burtscher weiter.

Die Pestizidproblematik zeigt auf, dass Bundesminister Pröll im Konfliktfall Umweltanliegen gegenüber Anliegen der industrialisierten Landwirtschaft hintan gestellt hat. GLOBAL 2000 folgert daraus, dass es ein schwerwiegender Fehler war, Umwelt- und Landwirtschaftsagenden in ein Ministerium zu vereinen. "Wir erwarten von einer neuen Regierung, die Agenden von Landwirtschaft zu trennen und wieder ein unabhängiges Umweltministerium zu schaffen", so Burtscher abschließend.

Grafiken unter www.global2000.at

Rückfragen & Kontakt:

GLOBAL 2000
DI Dr. Helmut Burtscher
0699/14200034
Andreas Baur
Tel.: (++43-1) 812 57 30/0
andreas.baur@global2000.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GLL0001