Wirtschaftskammer NÖ präsentiert Studie über das Konsumpotenzial der Märkte Tschechien und Slowakei.

So shoppen unsere Nachbarn!

St. Pölten (OTS) - Die jährliche Kaufkraftstromanalyse der Wirtschaftskammer NÖ (WKNÖ) hat bereits Tradition. Nun wurde diese Untersuchung im Rahmen des Projektes "NEOPART - Neue Partnerschaften im gemeinsamen Europa" noch vertieft: Erstmals wird das Konsumpotenzial der Märkte Tschechien und Slowakei im direkten Vergleich betrachtet. Neben den Bedürfnissen und Erwartungen der Konsumenten wurden auch das Image und die Eindrücke vom jeweiligen Nachbarn erhoben.

3000 Haushalte wurden in einer repräsentativen Telefonumfrage zu ihren Konsumgewohnheiten befragt, 1500 im Grenzgebiet in Tschechien und ebenso viele im Westen der Slowakei. Auch in Niederösterreich wurden die nördlichen Bezirke analysiert. Zusätzlich wurden Wirtschaftsexperten zu ihren Erwartungen bezüglich der Zukunft und zur gegenwärtigen ökonomischen Situation befragt. Durchgeführt wurde die Studie von Fessel GfK, gemeinsam mit der Gruppe CIMA.

Neun von zehn Tschechen und Slowaken waren bereits in (Nieder-) Österreich. 12 Prozent der Gäste aus der Slowakei zieht es dabei nach Niederösterreich, 21 Prozent der Tschechen haben das blau-gelbe Bundesland als Ziel. Vorwiegend besuchen uns unsere Nachbarn zum Shoppen, aber auch die Kulturdenkmäler und Sehenswürdigkeiten finden im Ausflugsprogramm Platz.

Drei Viertel der Niederösterreicher waren bereits in Tschechien, 41 Prozent haben die Slowakei besucht. Am "reisefreudigsten" sind dabei der Bezirk Mistelbach in Richtung Tschechien und der Bezirk Bruck a. d. Leitha in die Slowakei.

"Viele Geschäftsleute glauben, dass unsere Nachbarn ohnehin nur kleine Beträge bei uns lassen. Das ist ein Irrtum!", klärt die Präsidentin der Wirtschaftskammer Niederösterreich, Sonja Zwazl, auf. Auf die Frage, wie viel Geld im letzten Jahr in (Nieder-) Österreich ausgegeben wurde, antworteten ein Viertel der Slowaken und 36 Prozent der Tschechen 50 bis 300 Euro. 301 bis sogar mehr als 2500 Euro geben 22 Prozent der Slowaken und 16 Prozent der Tschechen aus. "Unsere Betriebe können hier auf das Luxussegment setzen!", ist Präsidentin Zwazl überzeugt.

Lebensmittel und Bekleidung stehen bei unseren Nachbarn ganz oben auf der Wunschliste. Zwei Drittel der Slowaken schlagen bei Bekleidung zu, während 53 Prozent der Tschechen sich mit Lebensmitteln "eindecken". Hier sind vor allem regionale "Schmankerl" wie zB das Wachauer Laibchen gefragt. Auch Sportartikel, Sportbekleidung, Schuhe und Lederwaren stehen hoch im Kurs.

Eine gute Meinung von den Einkaufsmöglichkeiten in Österreich haben vor allem die Slowaken: 58 Prozent von ihnen meinen, in Österreich lasse es sich besser einkaufen als in ihrer Heimat. In Tschechien sind 27 Prozent dieser Meinung. Das breite Sortiment wird von 37 Prozent der Slowaken lobend erwähnt, die auch zu 28 Prozent auf das freundliche Personal Wert legen. Die Tschechen geben zu 19 Prozent das breitere Sortiment als Stärke des österreichischen Einkaufsstandortes an und zu 14 Prozent das Personal.

Bei den Produkten, die sie in ihrer Heimat nicht oder nicht in gewünschter Form erhalten, nennen die Slowaken vor allem Lebensmittel und Bekleidung. Die Tschechen schätzen wiederum unsere touristischen Angebote, allen voran den Wintersport.

Die Spontanassoziationen mit "Österreich" lauten "Wien, Alpen und Nachbarland" - und lassen einen Begriff vermissen: Niederösterreich. "Bei der Positionierung der Marke "Niederösterreich" ist noch großes Potenzial da. Aber was für mich zählt, ist, dass unser Bundesland für seine schöne Landschaft, die Natur und die kulturellen Angebote geschätzt wird", beruhigt Präsidentin Zwazl.

Die Imagekurven der drei Regionen treffen sich beim Bemühen um ausländische Gäste und bei der Freundlichkeit. Die meisten Tschechen und Slowaken schätzen das vielfältige Produktangebot und das gute Service für Kunden in (Nieder-) Österreich. Zudem wird positiv hervorgehoben, dass die (Nieder-) Österreicher auf die Kundenbedürfnisse eingehen.

Die (Nieder-) Österreicher attestieren den Tschechen und Slowaken vor allem Großzügigkeit, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit. Doch auch Modernität und Erfolg werden unseren Nachbarn zugeschrieben.

Die Zusammenarbeit mit Österreich schätzen 93 Prozent der Slowaken und 80 Prozent der Tschechen als positiv ein. Mehr Zusammenarbeit wünschen sich beide im Tourismus und Fremdenverkehr und am Arbeitsmarkt. Besonders die Slowaken möchten bei Kulturangeboten (12 Prozent) und im Straßenbau (11 Prozent) kooperieren. Als sehr bis eher begrüßenswert sehen 46 Prozent der (Nieder-) Österreicher die Zusammenarbeit mit Tschechien und 44 Prozent jene mit der Slowakei.

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