Wenn's mit "falschen" Reifen kracht

Winterreifen sind zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, die "richtigen" Reifen senken jedoch das Unfallrisiko und beugen "Zores" mit der Versicherung vor.

Wien (OTS) - Auch wenn Sonne und sommerliche Temperaturen alle Gedanken an schneebedeckte und eisglatte Fahrbahnen verdrängen, müssen sich Österreichs Autofahrer schon jetzt ein Bild vor Augen halten: Das Alpenland Österreich wird bald vom ersten Schnee "überrascht". Lange Schlangen vor den Reifenhändlern und Kfz-Werkstätten, die ersten Unfälle auf schneeglatten Fahrbahnen und eisigen Brücken sind die Folge des unabwendbaren Wintereinbruchs. Dabei folgen die ersten herbstlichen Minus-Temperaturen ja kaum unmittelbar auf eine Hitzeperiode, sondern zeichnen sich meist schon über einige Wochen hinweg ab. Da wäre es eigentlich schon an der Zeit, den fahrbaren Untersatz mit Winterreifen auszurüsten.

Generali-Vorstand Bruno Friedl: "Bereits Temperaturen von unter plus 7 Grad Celsius führen - auch ohne Schnee und Eis - bei Sommerreifen zu einer Verhärtung der Gummimischung, die eine nachhaltige Verminderung des Kraftschlusses zur Fahrbahn nach sich zieht." Die spezielle kältetaugliche Gummimischung von Winterreifen hingegen macht die Reifen weicher und führt zusammen mit dem Lamellenprofil zu erhöhten Haft- und Traktionseigenschaften.

Muss die Versicherung zahlen?

Es gibt in Österrreich keine gesetzliche "Winterreifenpflicht". Die Verwendung von Winterreifen bzw.Schneeketten kann aber unter wetterbedingt widrigen Umständen für eine bestimmte Zeit und eine bestimmte Strecke (z.B. Passstraße während und nach starken Schneefällen) vorgeschrieben werden. Eine Missachtung zieht eine Polizeistrafe nach sich. Fährt also jemand bei sonnigem und trockenem Wetter mit Sommerreifen in den Schiurlaub, riskiert er, dass er auf der Rückfahrt eine verschneite Passstraße nicht mehr befahren darf und somit "festsitzt".

"Aus Sicht der Versicherung", erläutert Generali-Schadenchef Erik Eybl, "wird die Reifenfrage relevant, wenn sich auf einer Schneefahrbahn ein Unfall ereignet." Wird nachgewiesen, dass die Unfallursache in der Verwendung von Sommerreifen liegt, kann das für den Autofahrer nachteilige Folgen haben.
Kollidiert zum Beispiel ein Auto mit Sommerreifen auf einer vereisten und verschneiten Straße mit einem anderen Fahrzeug, kann sich aufgrund des langen Bremsweges ein Mitverschulden ergeben.
In der Kfz-Haftpflichtversicherung kann der Autofahrer dadurch in den Malus rutschen.

In der Kfz-Kaskoversicherung - hier geht es um die Bezahlung der Schäden am eigenen Fahrzeug - kann der Autolenker leer ausgehen, wenn er den Schaden grob fahrlässig verursacht. Wann ein solches Verhalten vorliegt, ist nicht starr gesetzlich geregelt, sondern kann nur im Einzelfall im Hinblick auf die bestehende Judikatur beurteilt werden. Es wird als auffallende Sorglosigkeit gewertet, wenn ein Autofahrer bei Schnee und Eis mit Sommerreifen unterwegs ist. Dem Lenker muss bewusst sein, dass dieses Verhalten den Eintritt eines Schadens fördern kann. Auch mehrere leichte Fahrlässigkeiten können in der "Gesamtschau" zum Vorwurf der groben Fahrlässigkeit und damit zur Leistungsfreiheit des Kaskoversicherers führen (beispielhafte Auswahl: überhöhte Geschwindigkeit, Unaufmerksamkeit, Sommerreifen auf Schneefahrbahn, leichte Alkoholisierung, Übermüdung usw.). Gemäß einer neueren höherinstanzlichen deutschen Entscheidung ist es bereits grob fahrlässig, mit Sommerreifen in den Winterurlaub nach Arosa/Schweiz zu fahren. Österreichische Gerichte orientieren sich diesbezüglich durchaus auch an deutscher Judikatur.

Winterreifen senken Unfallzahlen und Feinstaubbelastung

In Ländern wie Norwegen, Schweden, Finnland und Lettland, aber auch in Slowenien besteht bereits eine gesetzlich verankerte Winterreifenpflicht. In Schweden führte die Einführung zu einer Senkung der Unfälle mit Personenschaden um 12 Prozent. Befürworter einer Winterreifenpflicht gehen davon aus, dass dadurch auch die Feinstaubbelastung gesenkt werden könnte. Wenn alle Fahrzeuge mit Winterreifen unterwegs wären, könnte mit weniger Streugut auf den Straßen das Auslangen gefunden werden.

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