Grünewald: Vor Regierungsverhandlungen schwarzer Postenschacher an Pädagogischen Hochschulen

Grüne kritisieren Vermächtnis von Gehrer

Wien (OTS) - Noch vor dem Abschied von BMin Gehrer wurden alle pädagogischen Hochschulen rasch schwarz eingefärbt. Nach schwer nachvollziehbaren Entscheidungen speziell in Wien und Linz wurde auch noch an der letzten pädagogischen Hochschule in Tirol ein der ÖVP genehmer Rektor bestellt. "Es ist skandalös, Leitungsposten an den Universitäten nach den Kriterien der Parteinähe zu besetzen und bleibt wohl in demokratischen Staaten international ohne Beispiel", geißelt Grünewald dieses Vorgehen.
"Ungeniert intervenierte Gehrer österreichweit, um Leute ihres Vertrauens, aber auch Vertreter des rechten Lagers, in hohe Ämter zu heben. Gerade in Tirol setzten kleine aber mächtige Seilschaften die Loslösung der Medizin aus der Gesamtuniversität gegen den deklarierten Willen der überwiegenden Mehrheit der Betroffen durch. Gehrer griff auch zum Telefon um Institutsgründungen oder Dienstverlängerungen für ihre Informanten und Berater durchzusetzen. Der politische Einfluss auf Wissenschaft und Lehre machte alle Aussagen über die universitäre Autonomie zu bloßen Lippenbekenntnissen, ja strafte sie der Lüge", so Grünewald. "Qualifikationskriterien, wie sie das Gesetz für die Besetzung von RektorInnen vorsieht, werden vom Tisch gewischt, Lehrerfahrung, Wissenschafts- und Forschungsqualifikationen im Bereich der Erziehungswissenschaft werden negiert, wenn es nur gelingt Vertraute in höchste Ämter zu hieven.
Die Bundesregierung toleriert, dass die Ausbildung von Pflichtschullehrerinnen an diesen Hochschulen nichts anderes wird als ein Etikettenschwindel, der auch alle EU-Qualitätsnormen unterläuft. Missbrauch von Macht, fragwürdige Entscheidungen und das Aushungern von Universitäten sind das Vermächtnis einer scheidenden Ministerin. Ihre ParteigenossInnen schauen zu und schweigen. Die ÖVP hat aus ihrer Niederlage nichts gelernt", schließt Grünewald.

Rückfragen & Kontakt:

Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0002