Eisenbahner-Jugend kritisiert: ÖBB sparen auf Kosten der Lehrlinge

Ausbildner fehlen, ÖBB-Berufsschule St. Pölten zugesperrt, Lehrlinge werden an andere Standorte "verschoben"

Wien (GdE/ÖGB) - "ÖBB-Vorstandssprecher Huber und ÖBB-Dienstleistungs GmbH-Chef Nigel lassen es zu, dass der hohe Standard der ÖBB-Lehrlingsausbildung den Bach runter geht", kritisierte der Jugendsekretär der Gewerkschaft der Eisenbahner (GdE), Alexander Bily, am Montag in Wien. Über eine Million Euro wollen die ÖBB offensichtlich durch die Nichtnachbesetzung von einem Drittel der Ausbildern in den Lehrwerkstätten - die ÖBB-eigene Berufsschule in St. Pölten sei in der Folge dieser Maßnahme bereits geschlossen und der zusätzliche Werksunterricht reduziert worden -auf dem Rücken der Lehrlinge einsparen, so die Eisenbahnerjugend. "Die ÖBB erhalten aber nach wie vor vom Infrastrukturministerium und vom Arbeitsmarktservice (AMS) gleich hohe Fördermittel für die Lehrausbildung, bauen aber ihre Qualität Scheibchenweise ab, um Geld zu sparen", empörte sich Bily, der die ÖBB auffordert, offen zu legen, wofür die freigewordenen Mittel für die Lehrlingsausbildung verwendet werden.++++

Auch in der Grazer ÖBB-Lehrwerkstätte seien die Einsparungen schon deutlich zu sehen uns zu spüren, so der GdE-Jugendsekretär weiter. "Die Lehrlinge werden dort wegen der fehlenden Ausbildner von Graz in die Lehrwerkstätte Knittelfeld ‚verschoben’", erörterte Bily, denn die betroffenen Lehrlinge müssten nun 75 Kilometer mehr zu ihrer Ausbildungsstätte zurücklegen.

Die ÖBB-Lehrlingssaubildung sei im Jahr 1994 vom Wirtschaftsministerium für ihre hohe Qualität staatlich ausgezeichnet worden, sagte Bily. Es sei unverständlich, dass das die ÖBB nun leichtfertig aufs Spiel setzen, fordert Bily das ÖBB-Management auf, "unverzüglich davon abzulassen, die Qualität der Lehrlingsausbildung systematisch auszuhungern". "Sich in punkto Ausbildungsqualität auf gesetzliche Mindeststandards zu berufen ist ein Armutszeugnis für ein ‚Vorzeigeunternehmen, wenn man sich vor Augen führt, dass von weiten Teilen der Wirtschaft und Politik ständig mehr Investitionen in Aus-und Weiterbildung gepredigt werden", schloss der GdE-Jugendsekretär. (Schluss)

ÖGB, 9. Oktober 2006
Nr. 673

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