Patienten/-innen müssen immer tiefer in die Tasche greifen

Linz (OTS) - Zuzahlungen für Spitalaufenthalte oder Brillen wurden in den letzten Jahren massiv angehoben. Auch für Rezeptgebühren werden kranke Menschen immer öfter zur Kasse gebeten - und das obwohl Zuzahlungen, die Patienten/-innen in Österreich für Gesundheitsleistungen aufbringen müssen, im internationalen Vergleich jetzt schon sehr hoch sind.

Insbesondere für Brillen und Spitalaufenthalte müssen Betroffene immer mehr zahlen. So wurde der Eigenaufwand für Brillen seit dem Jahr 2000 um 248 Prozent von unter 21 auf über 70 Euro angehoben. Auch der Spitalkostenbeitrag erhöhte sich für ASVG-Versicherte vom Jahr 2000 auf 2005 um satte 88 Prozent auf insgesamt zehn Euro pro Tag. Bei der Rezeptgebühr mussten Patienten/-innen eine Steigerung von 36 Prozent hinnehmen und auch rezeptfreie Medikamente sind in den letzten fünf Jahren spürbar teurer geworden (Aspirin C Brause plus 32 Prozent, Neo Angin Lutschtabletten plus 77 Prozent, Thomapyrin plus 40 Prozent).

Mit dem Budget-Begleitgesetz von 2003 wurde zudem die gesetzliche Grundlage für die Einführung eines generellen Selbstbehaltes geschaffen. Auf ASVG-Versicherte könnten somit bereits 2007 durch die Einführung eines generellen Selbstbehalts von 20 Prozent für Arztbesuche, Zahnbehandlungen oder als Gebühr für die Behandlung in einer Spitalambulanz weitere Kosten zukommen. Besonders ältere Menschen, die einer medizinischen Versorgung am meisten bedürfen, und chronisch Kranke würden damit finanziell noch schwerer belastet.

Selbstbehalte als Zuzahlung zu den Gesundheitsleistungen sind aus gesundheits- und verteilungspolitischer Sicht aber abzulehnen. Besonders auch deshalb, weil Österreich bei den privaten Gesundheitsausgaben bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt (Gesundheitsquote) bereits im Jahre 2004 mit 2,8 Prozent im internationalen Vergleich sehr hoch liegt. Die Erhöhung einzelner Selbstbehalte mit der Gesundheitsreform 2005 ist in dieser Berechnung noch gar nicht berücksichtigt.

"Der derzeit eingeschlagene Weg entfernt sich immer weiter von einem solidarischen Gesundheitssystem. Das darf nicht sein. Deshalb setzen wir uns für einen freien Zugang zu Gesundheitsleistungen für alle Menschen, unabhängig vom Einkommen, vom Alter oder dem Geschlecht ein", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

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