Neues Volksblatt: "Roter Eiertanz" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 7. Oktober 2006

Linz (OTS) - Am Montag Siegestaumel, am Dienstag starke Ansagen
und Zuckerl verteilen (Volkskanzler, Grundsicherung, Ministerien für Frauen, für die Kultur), am Mittwoch durchatmen, am Donnerstag Ernüchterung, ab Freitag zurückrudern: die SPÖ hat die erste Woche seit dem Wahltag recht abwechslungsreich hinter sich gebracht. Speziell an den Themen Grundsicherung (am Montag kündigte Gusenbauer noch einen Rechtsanspruch darauf an, jetzt ist sie auf einmal keine Koalitionsbedingung) und Eurofighter (Verträge anschauen, Ausstieg nicht um jeden Preis) lässt sich ablesen, was von den roten Wahlversprechen zu halten ist: Gar nichts, wenn sie auf dem Weg zur Macht hinderlich sind. Was übrigens auch einen Umkehrschluss zulässt:
wer auf dem Weg zur Macht hilfreich sein kann, wird an die Brust genommen. Wie etwa die Gewerkschafter, die wohl von Gusenbauer und Co nicht mehr sehr nachdrücklich an Reformen erinnert werden dürften. Wer einen solchen Eiertanz hinlegt, sollte sich vermeintlich gute Ratschläge an potenzielle Partner sparen. Und er darf sich auch nicht wundern, wenn er als möglicher Partner mit gehöriger Skepsis beäugt wird.

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