Waltraud Klasnic: Pflege nur als Wahlkampfthema missbraucht?

Wien (OTS) - "In den letzten Wochen und Monaten wurden hilfs- und pflegebedürftige Menschen, deren Familien und Angehörige der Pflegeberufe massiv verunsichert. Die Leistungsfähigkeit der existierenden Pflegeeinrichtungen wurde in Frage gestellt, Familienangehörige in den Medien kriminalisiert, qualifizierte ausländische Pflegehelfer/innen zum Spielball eines harten Wahlkampfes instrumentalisiert", sagte die Koordinatorin des Arbeitskreises Pflege Waltraud Klasnic heute, Freitag.

"Man argumentierte rücksichtslos, forderte Lösungen statt aktiv mitzuarbeiten. Aus vielen Ecken kamen Zurufe, Kritik und Anschuldigungen auch auf persönlicher Ebene. Doch was bleibt von dieser wichtigen und notwendigen Diskussion nach dem Wahltag am 1. Oktober? Verunsicherte, alleingelassene Menschen, die sich fragen, wem die Kriminalisierung des Themas "Pflege" wirklich helfen sollte. Den Betroffenen oder wahlwerbenden Parteien und Personen?

Um den Menschen die Angst vor schlechter Versorgung oder strafrechtlichen Konsequenzen zu nehmen, habe ich eine überparteiliche Arbeitsgruppe eingerichtet und verfolge damit ein klares Ziel: Unter Einbindung aller Dialoggruppen sollen ein breiter Konsens sowie tragfähige Lösungskonzepte für die Zukunft erarbeitet werden. Bei allen, die sich mit engagierter Mitarbeit an der Erreichung dieses Ziels beteiligt haben, möchte ich mich hiermit herzlich bedanken.

Gleichzeitig fordere ich jedoch, das Thema weiterhin ernst zu nehmen und nicht zu einem vergessenen Kapitel des Nationalratswahlkampfes 2006 zu machen. Ich verstehe die Führung der Arbeitsgruppe als klaren Auftrag, die Pflege - vor allem im häuslichen Bereich - kurz-, mittel- und langfristig abzusichern. Das ist es, was hilfs- und pflegebedürftige Menschen sich wünschen und nichts weniger sollen sie in Österreich erwarten dürfen.

Für mich endete das Engagement im Bereich "Pflege" nicht mit dem 1. Oktober 2006. Lösungsansätze müssen gefunden und schnellstmöglich umgesetzt werden. Wir übergeben deshalb das in Kürze vorliegende Ergebnispapier der Arbeitsgruppe dem Nationalrat und erwarten uns, dass die darin aufgezeigten Schnittstellen zwischen den Bereichen Soziales und Gesundheit sowie zwischen Bund, Ländern und Gemeinden zügig in Angriff genommen werden", so Klasnic abschließend.

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