Anton-Benya-Preise 2006: Die Hauptpreise (1)

Ausgezeichnete Projekte zur Förderung des gesellschaftlichen Ansehens der Facharbeit

Wien (ÖGB) - Die große Bedeutung der Facharbeit - insbesondere der manuellen Arbeit - bewusst zu machen, ist das Ziel der seit 1972 vergebenen Anton-Benya-Preise. Heute, Freitag, werden sie im Wiener Rathaus zum 17. Mal verliehen. Prämiert werden außergewöhnliche berufliche Leistungen von Lehrlingen oder Fachkräften, Verdienste um die Ausbildung zukünftiger Fachkräfte, aber auch wissenschaftliche Untersuchungen, die das gesellschaftliche Ansehen der Facharbeit fördern. ++++

Die Gesamtdotierung der heurigen Benya-Preise beträgt 27.100,-- Euro, vergeben werden Haupt-, Einzel-, Förder- und Anerkennungspreise. Insgesamt sind es 31 Preise. "Viele der ausgezeichneten Projekte arbeiten im Stillen und sind bisher nur einem kleinen Kreis aufgefallen. Der Anton-Benya-Preis soll ihnen darüber hinaus Bekanntheit verschaffen, denn viele der Initiativen könnten als Vorbild für Hunderte andere dienen", erklärt Alexander Prischl, Leiter des Referats für Berufsbildung im ÖGB.

Anton-Benya-Preise 2006 - Hauptpreise

Historisches Projekt "J-Sammelklasse"

"Politische Bildung" kann auch lebendig und spannend sein. Bester Beweis ist eine Projektarbeit der Berufsschule für Elektrotechnik 1 in der Wiener Mollardgasse: "J-Sammelklasse" dokumentiert das Schicksal von 23 jüdischen Elektroinstallateur-Lehrlingen, die nach dem Anschluss Österreichs an Hitlerdeutschland 1938 in eine eigene Klasse versetzt wurden. Die Berufsschüler machten die ehemaligen Schüler der "J-Klasse" ausfindig und rekonstruierten deren Lebensgeschichten. Mit fünf der Betroffenen konnte die Projektgruppe bereits in Kontakt treten. Daraus entstanden unter anderem ein Videointerview und eine Zusammenarbeit mit dem Projekt "Letter to the stars".

"Qualifizierungsoffensive Bau"

Die steirischen Sozialpartner starteten im Jahr 2003 ein für Österreich einzigartiges Projekt: die "Qualifizierungsoffensive Bau". Alle Beschäftigten der Berufsbranchen Bau und Holz sollen damit in den nächsten Jahren die Möglichkeit bekommen, kostenlos ihre Qualifizierung zu verbessern. Unter dem Motto "Vom Hilfsarbeiter zum Facharbeiter - vom Facharbeiter zum Vorarbeiter - vom Vorarbeiter zum Polier und Bauleiter" will das Projekt in die Bildungsoffensive gehen. Denn nur gut ausgebildete Facharbeiter werden auch in Zukunft die Chance auf einen sicheren Arbeitsplatz haben.

Alfred Gajdosik

Das Hotel Marriott Vienna achtet auf Abwechslung im Lehrbetrieb. Alfred Gajdosik, seit 1985 der dortige Betriebsratsvorsitzende, bemüht sich mit Spezialausbildungsplänen, Seminaren und Exkursionen um ein möglichst umfassendes Bildungsangebot für die Lehrlinge im Hotelbetrieb. Interne Weinseminare, Bar-, Tranchier- und Flambierkurse sind ebenso Teil der Ausbildung wie theoretische Grundlagen in den Bereichen Küche, Service und Bar. Damit können die Lehrlinge im Hotel Marriott auch über den Tellerrand schauen: Die Kurse vermitteln Kenntnisse, die über das ursprüngliche Berufsbild hinausgehen. Alfred Gajdosiks Engagement gilt es auch, das umfangreiche Bildungsangebot des Marriott auf andere Betriebe auszuweiten. Externen Lehrlingen bietet sich daher genauso die Chance, ihre Qualifikationen dort auszuweiten und zu verbessern.

SERVICE: Eine Übersicht über die Einzel-, Förder- und Anerkennungspreise sowie nähere Informationen zu den Hauptpreisen finden Sie in Kürze auf www.oegb.at. (nb/fk)

ÖGB, 6. Oktober
2006 Nr. 664

Frische Kraft. Neue Richtung.
Noch bis 18. Oktober 2006: die Mitgliederbefragung des ÖGB zur Gewerkschaftsreform.
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