Wiener Berufsschüler als Unfallverhüter: AUVA startet Projekt "Jugend-Sicherheit-Zukunft", am Mittwoch, dem 4. Oktober im TMW

Wien (OTS) - Neue Wege geht die AUVA-Landesstelle Wien gemeinsam
mit den Wiener Berufsschulen für Holzbearbeitung und Musikinstrumentenerzeugung sowie für Chemie, Grafik und gestaltende Berufe: Am 4. Oktober 2006 um 10 Uhr wird im Festsaal im 3. Stock des Technischen Museums Wien, Mariahilfer Straße 212, 1140 Wien, ein Projekt vorgestellt, das Antworten auf die wichtige Frage "Wie müsste das Thema Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz gestaltet sein, damit sich Lehrlinge und jugendliche Arbeitnehmer damit auseinandersetzen?" sucht. Immerhin ist das Unfallrisiko am Arbeitsplatz für 15- bis 25-Jährige mehr als doppelt so groß als für Arbeitnehmer zwischen 25 und 60 Jahren.

Von der Jugend für die Jugend werden im Zuge dieses Schuljahres Konzepte, Wege und Kommunikationsmittel in sechs interdisziplinären Projektgruppen erarbeitet. Für die Berufsschüler geht es um neue Lernformen und den Schutz der eigenen Gesundheit, für die Berufsschulen um neue Lehrformen und für die AUVA-Landesstelle Wien um wichtige Impulse für die Unfallverhütung bei Berufseinsteigern.

Nach der Begrüßung durch Dr. Gabriele Zuna-Kratky, Direktorin des Technischen Museums Wien, führten zwei Jugendliche, Bettina Schiebel (17 Jahre, Grafik) und Michael Riess (19 Jahre, Holzverarbeitung), durch den Ablauf des Projektes und das Programm. Stadtschulratspräsidentin Dr. Susanne Brandsteidl und Dipl.-Ing. Wolfgang Glaser, Leiter des Unfallverhütungsdienstes der AUVA-Landesstelle Wien, stellten sich ihren Fragen. Mitglieder der Projektgruppen präsentieren erste Ideen. Eingeladen waren die Schüler der beteiligten Klassen und ihre Lehrbeauftragten sowie Vertreter aus der Wirtschaft und von der Schulbehörde.

Sicherheit und Gesundheit haben für Jugendliche trotz des hohen Unfallrisikos keinen hohen Stellenwert. Sechs Projektgruppen, die aus sechs bis zehn Schülern beider Sparten bestehen, erarbeiten Konzepte und Medien, die der Unfallverhütungsdienst der AUVA-Landesstelle Wien in der Präventionsarbeit einsetzen wird. Das Pilotprojekt läuft über das gesamte Schuljahr 2006/2007. Alle zwei Monate ist ein Projektbericht geplant. Bei der Abschlussveranstaltung zu Schulschluss werden die Arbeiten vorgestellt und prämiert. Die AUVA stellt Geldpreise in Höhe von 7.000 Euro zur Verfügung. Alle Projektgruppen werden von einer Jury, bewertet und prämiert. Die Jury wird aus Vertretern der Lehrlinge, aus Berufsschulabsolventen, Fachleuten der Kommunikationsbranche und der AUVA-Landesstelle Wien bestehen.

"Wir erwarten uns wichtige Impulse für die Unfallverhütung bei Berufseinsteigern," begründete Dipl.-Ing. Wolfgang Glaser, Leiter der Abteilung für Unfallverhütung, bei der Projektvorstellung am 4. Oktober im Technischen Museum Wien das neue Engagement der AUVA-Landesstelle Wien. "Jugendliche hören auf die Meinung der Freunde mehr als auf die guten Ratschläge von Eltern, Lehrberechtigten oder in der Berufsschule. Sie gehen mit modernen Kommunikationsmitteln wie Handies, Internet, Podcasts von Anfang an mit großer Selbstverständlichkeit um. Wir wollen die Sprache, die Ideen und die Unvoreingenommenheit der Berufsschüler nützen, um andere Jugendliche besser zu erreichen und für Sicherheits- und Gesundheitsthemen zu begeistern. Wir hoffen auch, dass die Projektteilnehmer von einander lernen und mit offenen Augen durchs Arbeitsleben gehen," sagte Glaser. Bei Interesse der Berufsschulen ist an eine Ausweitung auf andere Gefahrenberufe zum Beispiel die Baubranche oder Metallbearbeitung gedacht.

Die Amtsführende Präsidentin des Stadtschulrates für Wien, Prof. Mag. Dr. Susanne Brandsteidl, freute sich sehr darüber, dass das Thema Unfallverhütung durch Schüler/innen für Schüler/innen der beteiligten Berufsschulen auf innovative Art und Weise im Unterricht präsentiert werden wird. "Damit wird nicht nur der Lehrplan erfüllt, sondern sicheres Verhalten optimal vermittelt und zusätzlich berufs-und fächerübergreifende Informationen erarbeitet, die für diese spezielle Zielgruppe der Jugendlichen maßgeschneidert sind. Das ist ein Konzept, welches sicher zu den bestmöglichen Ergebnissen in der Vermittlung von komplexen Inhalten zu diesem wichtigen Thema beiträgt."

Projektleiter in den Berufsschulen sind Dipl.-Päd. Felicia Hofer (Mediendesign) und Dipl.-HTL-Ing. und Dipl.-Päd. Christoph Hrabe (holzbearbeitende Berufe). Die Koordination für den Standort Hütteldorferstraße hat Berufsschulinspektorin Regierungsrätin Henrike Blatterer übernommen.

Die AUVA ermöglicht den Projektteilnehmern die Nutzung der AUVA Web-Plattform http://www.auva-lernwelt.net und steht mit Rat und Tat zur Verfügung.

Das Jahr 2006 steht europaweit im Zeichen der Sicherheit für jugendliche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Diese Zielgruppe stellt für die Prävention von Arbeitsunfällen eine große Herausforderung dar. Einerseits sind 15 - 25-Jährige eine besondere Risikogruppe und bedürfen erhöhter Betreuung, andererseits sind junge Menschen auf Grund mangelnder Lebenserfahrung nur schwer für den Sicherheitsgedanken zugänglich. Hier setzt das neue Projekt mit den durch alle Lehrjahre laufenden Klassen der Berufsschule für Holzbearbeitung und Musikinstrumentenerzeugung und der Berufsschule für Chemie, Grafik und gestaltende Berufe an. Gemeinsam setzen sich die Berufsschüler/innen mit dem Gefährdungspotential in verschiedensten Berufen auseinander und erarbeiten Mittel und Wege, um die 15- bis 25-Jährigen zu sensibilisieren und zu aktivieren.

In Österreich sind jugendliche Arbeitnehmer z.B. aus holzbearbeitenden Berufen jährlich sehr stark von Arbeitsunfällen betroffen. Die Statistik für 2005 zeigt dies deutlich:

  • österreichweit 5.541 Arbeitsunfälle - zwei endeten tödlich.
  • Im Bereich der AUVA-Landesstelle Wien (Wien, NÖ, Burgenland) waren es 1.420 Arbeitsunfälle mit einem Todesfall - 483 Arbeitsunfälle betrafen Jugendliche unter 25 Jahre.

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Felicia Hofer, BS für Chemie, Grafik u. gestaltende Berufe,
Tel.-Sekretariat: (01) 59916-95212,
E-Mail: felicia@hofer.eu.com
http://www.cgg.at,
Christoph Hrabe, BS für Holzbearbeitung und
Musikinstrumentenerzeugung
Tel.-Sekretariat: (01) 599 16-95262,
E-Mail: hrabe_christoph@gmx.net

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