FSG-Frauenkonferenz: Elisabeth Vondrasek zur Frauenvorsitzenden gewählt

Generationenwechsel bei FSG-Frauen

Wien (FSG) - Der Ausgang der Nationalratswahl am 1. Oktober war natürlich auch bei der FSG Bundesfrauenkonferenz, die am 2. Oktober in Wien stattfand, beherrschendes Thema. "Die Frauen in Österreich haben jetzt die Chance, dass ihnen jener Stellenwert in der Arbeitswelt und in der Gesellschaft zurückgegeben wird, der ihnen zusteht", sagte die scheidende FSG Bundesfrauenvorsitzende Erika Nussgraber-Schnabl in ihrer Abschiedsrede. "In den letzten Jahren haben wir immer gegen Rückschritte für die Frauen gekämpft, jetzt können wir gemeinsam mit der SPÖ für den Fortschritt arbeiten."++++

Sechs Jahre Rückschritte

Erika Nussgraber-Schnabl berichtete über die Arbeit der FSG-Frauen in den vergangenen Jahren, die vor allem davon gekennzeichnet war, Verschlechterungen und Rückschritte abzuwehren. "Unser Ziel war immer soziale Gerechtigkeit", sagte Nussgraber-Schnabl in ihrem Bericht. "Wir wollten immer eine fortschrittliche Frauenpolitik und wir mussten immer gegen die drohenden Rückschritte für die Frauen kämpfen." Die Funktionsperiode von Erika Nussgraber-Schnabl, die ihre Heimat in der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung hat, fiel großteils in die Zeit der blau-schwarzen, später schwarz-orange-blauen Koalition. "In vielen Bereichen hat die Regierung Fortschritte für Frauen behindert", sagte Nussgraber-Schnabl. "Denn in Sachen Frauenpolitik hieß es immer nur: Bitte warten! Arbeitsmarkt, Pensionen, Kindergeld, Eigenständigkeit, Aus- und Weiterbildung -überall waren Frauen mit Rückschritten konfrontiert. Die Regierung, der Frauenpolitik egal ist und der soziale Gerechtigkeit und soziale Sicherheit für alle keine Anliegen sind, ist verdienter Weise abgewählt worden."

Eine Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik, die "Arbeitsplätze" statt "Arbeitsplätzchen" für Frauen fördere und Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie nannte Nussgraber-Schnabl als zentrale Forderungen der FSG-Frauen an die künftige Regierung. Ein Umdenken fordert die scheidende FSG-Frauenvorsitzende auch in der Steuerpolitik: "Die Unternehmer bekamen Steuergeschenke, für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gab es dagegen Belastungen. Die kleineren und mittleren Einkommen müssen entlastet werden, die Negativsteuer muss angehoben werden", verlangte Nussgraber-Schnabl.

Jetzt: Frauenpolitik!

An der Spitze der FSG Frauen fand bei der Konferenz ein Generationenwechsel statt. Erika Nussgraber-Schnabl, die seit 1999 Bundesfrauenvorsitzende der FSG war, kandidierte nicht mehr. Die Delegierten wählten Elisabeth Vondrasek zu ihrer Nachfolgerin. Die neue FSG Frauenvorsitzende kann ihre Arbeit unter besseren Voraussetzungen beginnen. "Dass die SPÖ aus der Nationalratswahl als stimmenstärkste Partei hervorgegangen ist, stimmt mich zuversichtlich, dass sich die Frauenpolitik wieder in die richtige Richtung entwickelt", sagte Vondrasek bei ihrer Antrittsrede.

Das Schließen der Einkommensschere, betriebliche Gleichstellung, die arbeits- und sozialrechtliche Gleichstellung atypisch Beschäftigter und ein faires Pensionssystem bezeichnete Vondrasek als Forderungen zur Sicherung einer eigenständigen Existenz von Frauen. Die neu gewählte FSG-Frauenvorsitzende: "Diese 'Grundsicherheit' ermöglicht es dann Frauen auch, sich für ihren individuellen Lebensweg zu entscheiden. Frauen wollen ihren familiären und gesellschaftlichen Beitrag leisten, doch die 'Stolpersteine' sind oft schwer bis gar nicht zu überwinden."

Engagierte Oberösterreicherin

Die gebürtige Oberösterreicherin Elisabeth Vondrasek kam 1980 nach ihrer HAK Matura in den Verwaltungsdienst der ÖBB. Ein Jahr darauf wurde in der Gewerkschaft der Eisenbahner eine eigene Frauenabteilung gegründet, Elisabeth Vondrasek war von Anfang an als Frauenvorsitzende der Ortsgruppe Attnang-Puchheim mit dabei. 1986 bis 1989 absolvierte sie die Gewerkschaftsschule in Salzburg, von 1997/98 die Sozialakademie der Arbeiterkammer. Seit 1998 ist sie Bundesfrauenvorsitzende und Leiterin der Frauenabteilung der Gewerkschaft der EisenbahnerInnen.

FSG, 2. Oktober 2006 Nr. 56

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