Darabos und Bures freuen sich über "sensationelles Ergebnis"

Mit Demut und rasch eine Regierung bilden, die Österreich fairer, sozialer und gerechter regiert

Wien (SK) - "Der 2. Oktober 2006 ist ein guter Tag für Österreich, denn es wurde gestern eine Regierung abgewählt, die es sich verdient hat, abgewählt zu werden", erklärte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos am Montag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures. Die SPÖ werde "demütig" mit dem Ergebnis umgehen und sich bemühen, rasch eine sozialdemokratisch geführte Regierung zustande zu bringen. Bures unterstrich, dass Alfred Gusenbauer Wort halten wird und deshalb die Themen Gesundheit, Bildung, Pensionen und Beschäftigung jene sein werden, für die man in den Koalitionsverhandlungen "fighten" werde. "Uns geht es nicht um Posten und Ämter; uns ist die inhaltliche Veränderung hin zu mehr Fairness und Gerechtigkeit wichtig", stellte Bures klar. ****

"Wir sind froh, dass die SPÖ das Ziel, Nummer 1 zu werden, erreichen konnte. Nachdem wir in eigenen Umfragen nach dem Bekanntwerden des BAWAG-Skandals bei rund 30 Prozent gelegen sind, ist es durchaus berechtigt, vom größten Comeback seit Lazarus zu sprechen", freute sich Darabos. Die SPÖ sei die einzige Partei gewesen, die im Wahlkampf auf Themen gesetzt habe. Natürlich habe man aber auch der ÖVP den Spiegel vorgehalten und die gebrochenen Versprechen Schüssel angesprochen. "Die Abgehobenheit, die Schüssel ausgezeichnet hat, wurde von der ÖVP zur Wahlkampflinie erhoben. Mit dem Leben und den Erfahrungen einer großen Mehrheit der Menschen hat das aber nichts zu tun." Denn viele Menschen in Österreich hätten zu Recht den Eindruck, dass Österreich ein wohlhabendes Land sei, dass dieser Wohlstand aber nicht gerecht verteilt sei. "Wir waren mit den Themen punktgenau bei den Anliegen der Menschen", bilanzierte Darabos.

Die Wahl sei eine "Mobilisierungswahl ungeahnten Ausmaßes gewesen" sagte Darabos und er bedankte sich bei den Funktionären und Alfred Gusenbauer. "Gusenbauer musste in den letzten Jahren viel mitmachen und hat jetzt ein sensationelles Ergebnis erzielt", so der SPÖ-Bundesgeschäftsführer. Die SPÖ habe nun in den letzten Jahren 18 Wahlen in Folge gewonnen. "Es ist eines der schönsten Erlebnisse, weil uns diesen Sieg nur ganz wenige zugetraut haben", so Darabos, der festhielt: "Wir gehen mit Demut an die Aufgaben und hoffen, dass es in absehbarer Zeit eine sozialdemokratisch geführte Regierung geben wird." Erster Ansprechpartner sei die ÖVP, es gelte aber noch das Ergebnis der Wahlkarten abzuwarten und zu sehen, welche Konstellationen sich schlussendlich ausgehen würden. "Wir halten nach der Wahl Wort: Für uns sind die ÖVP und die Grünen mögliche Koalitionspartner", so Darabos. Das gestrige Ergebnis habe aber klar gezeigt, dass der bisherige Kurs der ÖVP abgewählt worden sei. "Wir sind nicht so vermessen, zu sagen, was in einer anderen Partei passieren soll, wir gehen aber davon aus, dass es in der ÖVP eine neue Führungsmannschaft geben wird."

Ausstieg aus Eurofighter-Vertrag ist das erklärte Ziel

"Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Pensionskürzungsreform nun sozial korrigiert werden wird. Denn nach 45 Jahren Arbeit muss es möglich sein, abschlagsfrei in Pension zu gehen", sagte Bures. Aber auch im Gesundheitsbereich habe es in den vergangenen Jahren ganz negative Entwicklungen gegeben und der Weg in die Zwei-Klassen-Medizin sei beschritten worden. "Wir stehen für eine solidarische Finanzierung und die optimale Gesundheitsversorgung für alle. Unabhängig vom Einkommen."

Viele Menschen hätten sich für Alfred Gusenbauer entschieden, weil dieser immer wieder den Dialog mit ihnen gesucht habe, führte Bures aus, die darauf verwies, dass Gusenbauer gestern vor zwei Jahren seine "Startklar"-Tour begonnen hatte. "Jetzt werden wir uns den Vertrag anschauen und schauen, dass wir die Milliarden besser einsetzen. Denn die Österreicher wollen den Sozialfighter und nicht den Eurofighter", erklärte Bures. In der Causa des Eurofighters gehe es nun darum, Schritt für Schritt vorzugehen. "Für uns ist der Ausstieg das erklärte Ziel, mit dem wir in die Verhandlungen gehen werden. Jetzt wollen wir aber erstmals Einblick in den Vertrag", so Darabos.

Abschließend hielt Bures zu einer Frage fest: "Alfred Gusenbauer wird mit den Frauen in der Regierung genauso umgehen, wie mit allen Österreicherinnen, die er in den letzten Jahren getroffen hat. Er wird ihnen auf Augenhöhe begegnen - die Frauen können sich auf Alfred Gusenbauer verlassen." (Schluss) js

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