Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: Zieleinlauf: Bitte zur Urne (von Manfred Posch)

Ausgabe 1. Oktober 2006

Klagenfurt (OTS) - Schlusskundgebungen: Von Heiserkeit angekränkelt; keine Kür mehr, nur noch Pflicht. Wahlplakate: Sowas von gestern. Und heute Vormittag ist es den Parteimaschinerien gegönnt, sich zwei, drei Stunden lang zu erholen - bevor der ganze, zwischen ausgesprochen ungustiösen Darreichungen und einigermaßen serisöer Information changierende Wahlwirbel Fortsetzung erfährt. Die Spannung ist jedenfalls groß. Besonders in Kärnten, wo Jörg Haider ums Überleben kämpfte. Sollte der Gründer der sonderbaren BZÖ-Katastrophentruppe heute sein Wahlziel nicht erreichen (wofür einiges spricht), wäre die politische Landschaft Österreichs augenblicklich eine völlig andere - was bekanntlich immer mehr Menschen wünschen.
Haider hat agiert, als ob eine Landeshauptmannwahl anstünde. Es geht allerdings um die Besetzung des Nationalrates und nicht (nur) um Ortstafeln; es geht nicht um die viel zitierte Kärntner Seele, sondern darum, welchen Kurs Österreich künftig nimmt.
Bleibt zu sagen: Wer heute, trotz prognostiziertem Schönwetters, eines der wichtigsten Rechte entwickelter Staatsordnungen, das Wahlrecht, beiseite schiebt, erweist der Demokratie einen schlechten Dienst. Der Aufwand schrammt an der Paar-Minuten-Grenze entlang. Bürger, die der Wahlurne fernbleiben, unterstützen schlechte Politik.

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