WirtschaftsBlatt Kommentar vom 29. 9. 2006: Die EU sollte sich nicht verzetteln - von Peter Muzik

Die grosse Linie im Dialog mit den EU-Bürgern ist gefragt

Wien (OTS) - Wir hören die Botschaft mit angemessener Freude: Am
2. Oktober wird die Vertretung der Europäischen Kommission in Wien eine EU-Infostelle namens "Europa vor Ort" eröffnen. In einem Festzelt am Kärntner Ring wird es ein EU-Quiz mit Schülern, Gratis-Broschüren sowie musikalische Schmankerl geben. Neben Aussenministerin Ursula Plassnik wird auch Claus Haugaard Sörensen antanzen, in Brüssel für die Kommunikation zuständiger Generaldirektor. Absoluter Höhepunkt wird eine Publikumsdiskussion mit Promi-Österreichern sein.

Diese durchaus erfreuliche Initiative der Europäischen Kommission basiert auf ihrem "Plan D", der vorsieht, den Bürgerinnen und Bürgern künftig einen leichten und direkten Zugang zu aktuellen EU-Themen zu ermöglichen. Endlich, kann man da nur sagen, sind die PR-Experten der Union aufgewacht. Bleibt zu hoffen, dass sie auch den richtigen Ton treffen, sprich: über die wichtigsten Materien richtig dosierte Informationen verbreiten.

Denn: Auch ohne Infostelle für jedermann ist die Wiener Vertretung der Kommission mit Sicherheit ja nicht gerade un-tätig. Sie füttert unsereins, also die Medienvertreter, nahezu täglich mit irgendwelchen News aus Brüssel. In den vergangenen Tagen sind - dies zur Illustration der Betriebsamkeit - etwa folgende Meldungen via Mail verbreitet worden:

Die Europäische Kommission veröffentlicht das erste europäische Verzeichnis der Umweltverschmutzung.

Die Kommission unterbreitet den Vorschlag, mit dem die Bedingungen für die Vermarktung des Fleischs von Rindern bis zum Alter von zwölf Monaten klarer geregelt werden.

Die Kommission nimmt die Mitteilung "Bessere Schulung für sicherere Lebensmittel" an - dabei geht's um Kontrollen zur Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit.

Die Kommission schlägt eine Strategie vor, die gewährleisten soll, dass Europas Böden gesund bleiben.

Die Kommission beschliesst, im Rahmen ihres Programms ARGO 2005/2006 sechs besondere Soforthilfemassnahmen kozufinanzieren.

Die Kommission veröffentlicht Informationen über Gepflogenheiten der Asylbeantragung und Muster der illegalen Einreise in die EU.

Genug der Kostproben. Hoffen wir, dass sich die EU nicht auch beim Dialog mit den Bürgern verzetteln, sondern wirklich Wichtiges kommunizieren wird. Motto: Keine Details, sondern grosse Linie.

Rückfragen & Kontakt:

WirtschaftsBlatt
Redaktionstel.: (01) 60 117/305 oder 280
http://www.wirtschaftsblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWB0001