AK zu WKÖ: Situation der Frauen im Handel nicht schönreden

Erfahrungen und Studien zeigen: Teilzeit oft nur Notlösung - schlechte Bedingungen für Frauen und Familien

Wien (OTS) - "Permanent erleben wir in der Beratung, dass Frauen
im Handel unter großem Druck stehen und unter den familienfeindlichen Bedingungen leiden", reagiert Ingrid Moritz, Leiterin der AK Wien Abteilung Frauen-Familie, auf Aussagen der WKÖ (APA-Meldung Nr. 0220). "Die Situation der Frauen schönzureden trifft nicht die Realität der Betroffenen, die Familie und Beruf nur schwer vereinbaren können", so Moritz. Teilzeitarbeit im Handel mag in der Theorie verlockend klingen, doch Arbeit am Abend und am Wochenende erschwert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, anstatt sie zu fördern. Bei Jobs im Handel sind auch oft kurzfristig angeordnete Mehrstunden zu leisten, die vor allem Frauen mit Kindern die Planung von Beruf und Familie erschweren. Fast unmöglich ist es, aus der Teilzeitarbeit auch wieder rauszukommen und auf Vollzeit zu wechseln.

Auch ist die Teilzeitarbeit für viele nicht freiwillig: 155.000 teilzeitbeschäftigte Frauen würden laut einer SORA-Studie gerne länger oder Vollzeit arbeiten, wenn es mit der Kinderbetreuung klappt. 255.000 teilzeitbeschäftigte Frauen und Männer sehen Teilzeit nur als Not- oder Übergangslösung, die Hälfte will wieder länger oder überhaupt Vollzeit arbeiten. Die Chancen dafür beurteilen sie selbst aber als schlecht. "Wir wollen, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sich frei entscheiden können, wie lange sie arbeiten -ob Teilzeit oder Vollzeit", sagt Ingrid Moritz.

Die AK fordert daher:
+ Eine Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik, die Arbeit schafft - Vollzeitarbeit oder Teilzeitarbeitsplätze mit einem existenzsichernden Einkommen.
+ Genug Geld für die aktive Arbeitsmarktpolitik auch für 2007 und die folgenden Jahre.
+ Weg mit den Anreizen für Unternehmen, Vollzeitarbeitsplätze in Teilzeit aufzusplitten. Für Mehrarbeit von Teilzeitbeschäftigten müssen so wie für die Überstundenarbeit von Vollzeitbeschäftigten Überstundenzuschläge zustehen.
+ Schaffung von Möglichkeiten des Wechsels von Teilzeit in Vollzeitbeschäftigung im Handel.
+ 46.000 zusätzliche Kinderbetreuungsplätze - und bei den 40.000 Plätzen, wo es nicht passt, Öffnungszeiten, die es möglich machen, Beruf und Familie zu vereinbaren.

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