Wiener Pflegekonzept: Brauner präsentiert innovative Projekte

Breite Palette unterschiedlichster Angebote für ältere WienerInnen mit Pflege- oder Betreuungsbedarf

Wien (OTS) - Wien bietet älteren Menschen eine breite Palette an individuellen Betreuungs- und Pflegeangeboten: Von mobilen Diensten in der eigenen Wohnung über Tageszentren, Wohngemeinschaften bis hin zur medizinischen stationären Pflege. Die fünf Grundprinzipien des Wiener Pflegekonzeptes - Im Mittelpunkt steht der Mensch; Ambulant vor stationär; Bedarfsorientierte langfristige regionalisierte Planung; Schaffung von flexiblen Modellen und Ausbau von kleineren, wohnortnahen Pflegeeinrichtungen - spiegeln sich auch in den heute, im Rahmen eines Pressegespräches, präsentierten aktuellen Projekten wider.

"Heute zeigen wir einmal mehr, dass die Umsetzung des Wiener Pflegekonzeptes zügig voran geht. Dabei ist es mir ein persönliches Anliegen, ältere Menschen in ihrer Individualität zu respektieren und so ein Altern in Würde zu ermöglichen. Dafür brauchen wir flexible Betreuungsangebote, die auf die individuellen Bedürfnisse älterer Menschen Rücksicht nehmen und trotzdem für alle leistbar sind. Die heute präsentierten Projekte zeigen eindrucksvoll wie es gelingen kann, Selbstbestimmung und Eigenständigkeit älterer Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Ich möchte mich daher vor allem bei unseren Partnern, ohne die wir diesen ambitionierten Weg nicht gehen könnten, bedanken", erklärt Wiens Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a Renate Brauner.****

"Der Fonds Soziales Wien arbeitet im Pflegebereich mit mehr als 40 Partnerorganisationen zusammen. Gemeinsam realisieren wir innovative Projekte die bereits heute die demographische Entwicklung und den zukünftigen regionalen Bedarf in allen Teilen Wiens berücksichtigen, so Peter Hacker, Geschäftsführer des Fonds Soziales Wien (FSW).

Grundprinzip: Ambulant vor stationär und bedarfsorientierte langfristige regionalisierte Planung

Ausbau der Tageszentren für SeniorInnen
Tageszentren sind ein Angebot für ältere Menschen, die in ihrer Lebensführung Unterstützung benötigen, jedoch weiterhin zu Hause leben möchten. Das Angebot reicht von gemeinsamen Mahlzeiten und Aktivitäten zur Erhaltung der Mobilität, Gedächtnistraining, therapeutische Übungen bis hin zu Bastel- und Musikkursen, Ausflügen und Festen. Unterstützung gibt es auch beim Wäschewaschen oder bei der Körperpflege. In Wien gibt es derzeit bereits 15 Tageszentren, die vom Fonds Soziales Wien gemeinsam mit Partnerorganisationen betrieben werden. Pro Tag stehen in Wien 700 Betreuungsplätze zur Verfügung. Die Kosten sind sozial gestaffelt und werden individuell berechnet. Das Angebot der Tageszentren soll auch pflegende Angehörige unterstützen und damit die Vereinbarkeit von Pflege mit Berufstätigkeit und Familienleben fördern.

Währing: Neues Tageszentrum des Wiener Hilfswerks
In der Gentzgasse errichtet das Wiener Hilfswerk ein neues Tageszentrum für 30 BesucherInnen. Damit wird dem steigenden Bedarf an Betreuungsstrukturen in dieser Region Wiens Rechnung getragen. Das neue Tageszentrum bietet auf über 380 Quadratmetern den BesucherInnen vielfältige Möglichkeiten den Tag zu gestalten. Ein Team aus diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonen, SozialarbeiterInnen, TherapeutInnen, Heimhilfen und KreativanimatorInnen wird für das Wohl der BesucherInnen sorgen. Geplante Eröffnung ist Anfang 2007. Der Fonds Soziales Wien unterstützt die Errichtung mit 345.000 Euro und fördert den laufenden Betrieb.

Simmering: Tageszentrum und Betreute Wohnungen in einem neuen Haus

In der Oriongasse eröffnet im November das erste Tageszentrum für SeniorInnen in Simmering. Es wird auf ca. 600 Quadratmetern rund 50 BesucherInnen pro Tag Platz bieten. Errichtet wird der Neubau von der "Wie daham" Pflegeheim und PflegedienstleistungsgesmbH, welche auch das benachbarte Pflegeheim Seniorenschlössel Simmering betreibt. Den Betrieb übernimmt der Fonds Soziales Wien. In den, über dem Tageszentrum liegenden zwei Stockwerken, werden Appartements für "betreutes Wohnen" errichtet. 12 Appartements bestehen aus jeweils zwei Einzelzimmern mit Wohn- und Schlafbereich sowie Bad, WC und gemeinsamer Kochnische. Weiters werden vier größere Wohnungen für Ehepaare mit Schlafzimmer, Wohnzimmer, Bad, WC und eigener Kochnische angeboten. Die großzügigen Terrassen und Gartenanlagen stehen sowohl den BesucherInnen als auch den BewohnerInnen zur Verfügung. Damit gibt es an diesem Standort zukünftig ein Pflegeheim, betreute Appartements sowie ein Tageszentrum.

Grundprinzip: Schaffung von flexiblen Modellen und Ausbau von kleineren, wohnortnahen Pflegeeinrichtungen

Jung und Alt unter einem Dach - Innovative Wohnformen
Im Rahmen des Wiener Pflegekonzeptes erweitert der Fonds Soziales Wien auch die Angebote an innovativen Wohnformen wie beispielsweise Hausgemeinschaften oder intergenerativen Wohnformen. Diesem Konzept entspricht beispielsweise auch das Projekt "Wohnen in Generationen" des Kuratoriums FORTUNA in der Baumgasse, im 3. Wiener Bezirk, wo erst vergangene Woche der Spatenstich erfolgte. In Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnerorganisationen wird anhand der regionalen Bedarfsschätzung derzeit in ganz Wien nach zusätzlichen geeigneten Standorten gesucht. Im Mittelpunkt steht dabei die Flexibilität um älteren Menschen je nach individueller Bedarfslage das passende Betreuungsangebot zur Verfügung zu stellen.

Diakoniewerk Hausgemeinschaften am Evangelischen Gymnasium Erdbergstraße

In der Erdbergstraße errichtet das Evangelisches Diakoniewerk drei Hausgemeinschaften mit insgesamt 39 Plätzen. Hausgemeinschaften sind eine familienähnliche Wohn- und Lebensform. In jeder Hausgemeinschaft leben 10 bis 13 ältere Menschen, denen jeweils ein eigenes Zimmer mit Vorraum, Bad und WC zur Verfügung steht. Dazu kommen großzügige Gemeinschaftsflächen wie Wohnküche und Wohndiele, die alle BewohnerInnen gemeinsam nützen. Die BewohnerInnen werden in die Gestaltung des Tagesablaufes aktiv eingebunden. Unterstützt werden sie dabei von festen Bezugskräften wie AltenfachbetreuerInnen, PflegehelferInnen und hauswirtschaftlichem Personal. Die Inbetriebnahme soll im Jänner 2007 erfolgen. Hervorzuheben ist das Konzept der engen Zusammenarbeit mit dem darunter liegenden Evangelischen Gymnasium. Beim gemeinsamen Mittagstisch oder diversen Veranstaltungen soll das Miteinander von Jung und Alt gefördert werden.

Ausbau der Sozial betreuten Wohnformen

Das Konzept der "Sozial betreuten Wohnhäuser" ist für zwei Zielgruppen gedacht. Einerseits für Personen, die wegen körperlichen, psychischen oder sozialen Beeinträchtigungen derzeit in Geriatriezentren untergebracht sind, jedoch weder eine dauernde medizinische noch pflegerische Betreuung brauchen. Die zweite Gruppe sind Menschen, die in Einrichtungen der Wiener Wohnungslosenhilfe leben und eine betreute Wohnform benötigen. Ziel ist die eigenständige Lebensführung so weit wie möglich zu unterstützen. Die sozial betreuten Wohnplätze werden vom FSW laufend ausgebaut. Bis zum Jahr 2009/10 sollen 700 bis 1000 weitere solche Wohnplätze geschaffen werden. Den BewohnerInnen stehen Kleinwohnungen zur Verfügung sowie Gemeinschaftseinrichtungen zur Pflege sozialer Kontakte. Ein multiprofessionelles Betreuungsteam bietet Unterstützung. Derzeit gibt es in Wien rund 500 Dauerwohnplätze im Bereich sozial betreutes Wohnen (z.B. Haus St. Josef der Caritas Wien, SeniorInnenwohnhäuser der ARGE Nichtsesshaftenhilfe oder des Wiener Hilfswerks, Haus LEO des Fonds Soziales Wien).

o Haus Cumberlandstraße

Im 14. Wiener Bezirk werden in den kommenden Wochen 50 BewohnerInnen ein neues Zuhause finden. Das ehemalige Personalwohnhaus des Wiener Krankenanstaltenverbundes in der Cumberlandstraße 51 wird zukünftig als "Sozial betreute Wohnform" von der Caritas der Erzdiözese Wien geführt werden. Die künftigen BewohnerInnen werden in Kleinwohnungen leben und von MitarbeiterInnen der Caritas der Erzdiözese Wien betreut werden. Zur Aktivierung und Mobilisierung werden beispielsweise ein(e) GesundheitsberaterIn und ein(e) SeniorenbetreuerIn zur Verfügung stehen, Unterstützung erhalten die KlientInnen auch durch AlltagsmanagerInnen und eine Sozialarbeiterin.

o Haus Bürgerspitalgasse

Das Haus in der Bürgerspitalgasse 4-6 im 6. Wiener Bezirk bietet ab Mitte Oktober 34 Wohnplätze und ist speziell auf die Bedürfnisse von Frauen mit psychischen Erkrankungen ausgerichtet. Geführt wird das Haus vom Wiener Hilfswerk. Bei der Betreuung wird das Augenmerk auf eine verstärkte psychologische und psychiatrische Betreuung gelegt. Ein diesbezügliches Betreuungsteam wurde vom Wiener Hilfswerk zusammengestellt. Darüber hinaus besteht eine enge Kooperation mit den Psychosozialen Diensten Wiens.

Grundprinzip: Im Mittelpunkt steht der Mensch

o Wiener Volkshochschulen bieten Unterstützung für pflegende Angehörige

70 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in Österreich werden ausschließlich von Angehörigen betreut bzw. gepflegt. Um pflegende Angehörige zu unterstützen bieten die Wiener Volkshochschulen mit Unterstützung der Stadt Wien ab November eine neue Vortrags- und Diskussionsreihe von und mit ExpertInnen auf den Gebieten Pflege, Betreuung und Medizin an. Ziel ist Beratung in fachlicher Hinsicht, aber auch die pflegenden Angehörigen dabei zu unterstützen sich selbst und die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen. Zusätzlich werden regelmäßige Treffen in Begleitung von ExpertInnen zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch angeboten werden. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich, der Besuch ist kostenlos. (Schluss) brc

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Mediensprecherin Stadträtin Mag.a Renate Brauner
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