Hoch hinaus statt tief hinunter

Jährlich verletzen sich in Österreich rund 900 Menschen beim Paragleiten. Das KfV empfiehlt bei Ausbildung nicht zu sparen und betont die Notwendigkeit entsprechender Schutzausrüstung.

Wien (OTS) - Wer träumt ihn nicht, den Traum vom Fliegen. Paragleiten bietet die ideale Möglichkeit, sich in luftige Höhen zu begeben - ohne langwierige Vorbereitung oder komplizierte Technik. Es verwundert also nicht, dass sich dieser Sport großer Beliebtheit erfreut. Mehr als 6.000 Österreicher üben diesen Sport aus. Doch Paragleiten ist nicht ungefährlich. Laut Austro Control starben bei der Ausübung vier Menschen in den Jahren 2004 und 2005.

Knochenbrüche als häufigste Verletzung

"Paragleiten ist ein sehr attraktiver Sport für Menschen, die hoch hinaus wollen, weil der Ein-stieg verglichen mit anderen Flugsportarten, eher günstig ist. Ganz ungefährlich ist es aber nicht: Laut unserer Freizeitunfallstatistik verletzten sich 2004 und 2005 durchschnittlich 900 Menschen pro Jahr beim Gleitschirmfliegen so schwer, dass sie im Spital behandelt werden mussten", weiß Dr. Rupert Kisser, Leiter des Bereichs Heim, Freizeit & Sport im Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). 77 Prozent der Verunfallten zogen sich Knochenbrüche zu. Wie ernst solche Bruchverletzungen sein können, zeigt die Tatsache, dass mehr als ein Drittel davon auf die Wirbelsäule entfielen. Grundsätzlich sind mit 86 Prozent weitaus mehr Männer von Verletzungen betroffen als Frauen. Die Hälfte aller Verletzten sind 40 Jahre und älter. Die Unfallhergänge reichen von einer unsanften Landung, bei der sich der Gleitschirmpilot den Fuß umknickt, bis hin zu Kuriositäten, wie etwa der Zusammenstoß eines Paragleiters mit einem Mo-dellflugzeug vor einigen Tagen in Niederösterreich.

Wind ist unberechenbar

"Viele Unfälle mit Paragleitern passieren während des Starts oder der Landung. Des Weiteren ist ein Großteil der Unfälle auf Thermikprobleme, Windböen und Turbulenzen zurückzufüh-ren", führt Kisser weiter aus. Eine der Hauptgefahren beim Gleitschirmfliegen besteht im Zusammenklappen der tragenden Gleitschirmkappe in der Luft. Im schlimmsten Fall können heftige Turbulenzen zu einem teilweisen oder sogar vollständigen Strömungsabriss führen, was einen rasanten Höhenverlust zur Folge hat. Dieses Beispiel zeigt, dass Paragleiter ein ureigenes Interesse daran haben müssen, eine professionelle Ausbildung zu absolvieren. Hier reicht es keinesfalls aus, sich eine Minimum an Wissen anzueignen, denn: "Nur wer diesen Sport wirklich beherrscht, kann die Gefahren besser abschätzen", gibt Kisser zu bedenken.

Professionelle Ausbildung ist essentiell

In Österreich ist eine Ausbildung mit abschließender Lizenz - wie in den meisten europäischen Ländern - Voraussetzung um mit einem Paragleiter fliegen zu dürfen. Eine solche Ausbildung wird durch eine staatliche Stelle geprüft. In der Regel erfolgt sie über einen Flugschule. Die Grundausbildung umfasst Pargleiterkunde, Aerodynamik, Flugwetterkunde und praktische Übungen. Die Kosten einer Ausbildung und einer Komplettausrüstung liegen bei etwa 5.000 Euro.

Professionelle Ausrüstung hilft Verletzungen zu vermeiden

Angesichts der hohen Zahl an Verletzungen der Wirbelsäule ist ein Rückenschutz, der mit einer Art Airbag ausgestattet ist, der beste Schutz vor solchen ernsthaften Verletzungen. Österreich hat hier internationale Vorreiterrolle eingenommen - seit 1. Jänner 1999 ist das Fliegen mit Rückenprotektor vorgeschrieben. Des Weiteren gilt für den Gleitschirmflieger Helmpflicht. Das Gurtzeug und der Schirm müssen alle zwei Jahre durch zugelassene Prüfstellen kontrolliert werden. Weiterhin gehören zur Ausrüstung Handschuhe, knöchelhohe Gleitschirmschuhe mit seitlichem Schutz gegen Umknicken sowie ein Funkgerät.

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Mag. Kerstin Gardill
Kuratorium für Verkehrssicherheit
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