Windkraft-Einspeisetarife weit unter Europa-Niveau

78,1 % Ziel für Erneuerbare Energie damit nicht erreichbar

Wien (OTS) - Die neuen Tarife, die Ökostrom-Erzeuger für ihre Energie erhalten, sind festgelegt und werden Angang Oktober in Kraft treten. Die aktuelle Einspeisetarifverordnung von Wirtschafts- und Umweltministerium sieht für die Windkraft magere 7,65 ct/kWh für die drei verbliebenen Monate im Jahr 2006 und lediglich 7,55 ct/kWh für das Jahr 2007 vor.

Wie der IG Windkraft heute bekannt wurde, haben sich Umweltministerium und Wirtschaftsministerium Ende letzter Woche auf neue Preise geeinigt, die Ökostromerzeuger für ihre Energie erhalten sollen (Einspeisetarife). Die neuen Tarife wurden vergangenen Montag im Elektrizitäts-Beirat diskutiert und sollen erst nach den Wahlen Anfang Oktober verlautbart werden. Das Ergebnis ist für Ökostromerzeuger unerfreulich und läuft all den in diesem Wahlkampf gefallenen vollmundigen Bekenntnissen zu Erneuerbaren Energie zuwider: Bei Technologien wie Windkraft und Solarenergie kommt es zu deutlichen Absenkungen des Einspeisetarifs.

Damit reiht sich Österreich in Europa in die hintersten Reihen ein, was die Unterstützung der Windenergie betrifft, ein. In praktisch keinem Land in Europa, wo derzeit Windkraftausbau stattfindet, liegen die Tarife unter 8 ct/kWh. Sei es in Spanien, wo derzeit an die 9 ct/ kWh gezahlt werden, Portugal mit 8,4 ct/kWh oder Deutschland und Tschechien mit 8,3 ct/kWh. In Frankreich wurden erst vor zwei Monaten die Preise, welche Ökostrom-Erzeuger für ihre Energie erhalten, neu festgelegt. Windstromerzeuger erhalten 8,2 Cent pro Kilowattstunden
(ct/kWh) über 15 Jahre garantiert.

"Im aktuellen Nationalratswahlkampf gab es laufend überschwengliche Bekenntnisse für eine verstärkte Nutzung der erneuerbaren Energien.
Doch davon ist bei Entscheidungen wie der Ökostrom-Novelle vergangenen Mai oder der aktuellen Einspeisetarifverordnung nichts zu bemerken", wundert sich Mag. Stefan Hantsch, Geschäftsführer der IG Windkraft. "Mit der Ökostromnovelle im Mai wurde der zukünftig mögliche Windkraftausbau massiv beschränkt und mit den niedrigen Tarifen wird nunmehr auch noch die Rentabilität der Projekte gefährdet. Die vollmundigen Wahlversprechen werden also schon vor dem Wahltag gebrochen", zeigt sich Hantsch betroffen.
"Mit diesem Weg der Beschränkung und Verringerung kann Österreich das EU-Ziel, den Anteil erneuerbarer Energie an der Stromerzeugung auf 78,1 % im Jahr 2010 zu erhöhen, niemals erreichen" so Stefan Hantsch weiter. Da das allgemeine Stromverbrauchswachstum größer ist als der Zubau von Ökostromanlagen und Wasserkraftwerken ist der Anteil bereits in den letzten Jahren von 70 % auf abgesunken und wird mit den aktuellen politischen Entscheidungen auf rund 61 % im Jahr 2010 sinken.

Auch die Entscheidung über die neue Ökostromabwicklungstelle ist gefallen. Die "OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom AG" hat vom Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit am 25. September 2006 die Konzession zur Ausübung der Tätigkeit der Ökostromabwicklungsstelle erhalten. Seit heute ist auch die Homepage der OeMAG unter www.oem-ag.at abrufbar.

Rückfragen & Kontakt:

IG Windkraft, Mag. Stefan Moidl, Tel.: +43 676 3707820
s.moidl@igwindkraft.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | IGW0001