Neue KÄRNTNER TAGESZEITUNG - Kommentar: Draußen vor der Tür (von Gabi Russwurm-Biro)

Ausgabe, 28. September 2006

Klagenfurt (OTS) - Was ist mit dem Rest vom Balkan? Da sich die Europäische Union nun entschlossen hat, Bulgarien und Rumänien mit 1. Jänner in die Gemeinschaft aufzunehmen, stellt sich jetzt diese Frage. Harte Auflagen vergällen die Erweiterungseuphorie, die einst bei der ersten Aufnahmewelle der exkommunistischen Staaten Osteuropas herrschte.

Besonders Kroatien muss sich nun fragen, was eigentlich die EU-"Ostpolitik" antreibt. Eine "Gesamtintegration des Balkans kanns doch nicht sein, sonst wäre die Reihenfolge umgekehrt gewesen. Für jene, die draußen vor der Türe stehen, wird es nun bitter kalt, auch wenn sie wirtschaftlich besser dastehen. Der Westbalkan sieht zunehmend seine EU-Beitrittschancen schwinden.

Zwar muss die EU-Ermüdung in Bezug auf den Balkan nicht gleich einen Aufnahmestopp bedeuten, aber selbst Experten halten das angepeilte Datum 2009 für Kroatien für fraglich. 2014 (!!) ist eher wahrscheinlich.

Eines ist bereits ratifiziert: Bulgarien schloss Ende April ein Abkommen mit den USA über Militärstützpunkte im eigenen Land. Die Vereinbarung gestattet den USA auch Einsätze in Drittstaaten von den gemeinsamen Basen aus. Ab 2007 sollen 2500 amerikanische GIs in Bulgarien stationiert werden, und dann ist der Balkanstaat bereits EU-Mitglied ...

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