IRU: Initiative für abgasarme Lkw

1.Oktober Stichtag für "Euro 4"-Lkw - Drastische Reduktion der Schadstoffe zwischen 30 und 80 Prozent

Wien (PWK636) - Mit aktuellen Umwelt-Fragen befasste sich der Wirtschaftsausschuss der International Road Union (IRU) unter dem Vorsitz des Österreichers Rudolf Bauer. bei seiner jüngsten Tagung in Genf. Im Vordergrund stand dabei die Versorgung der neuen, umweltfreundlichen Lkw-Generationen "Euro 4" und "Euro 5" mit den benötigten Treibstoffen, speziell mit dem für Motoren dieser Kategorie erforderlichen Treibstoffzusatz "Ad Blue". Eine Versorgung mit diesem Harnstoffprodukt, das der Abgasreinigung dient, ist derzeit nur bei einer einzigen Tankstellenkette (OMV) möglich.

Wie Bauer berichtet, setzen die anderen möglichen Anbieten vorerst auf Abwarten. Man wolle die Entwicklung der Verkaufszahlen dieser modernsten Fahrzeuggeneration in Europa abwarten, was allerdings etliche international tätige Transporteure in Schwierigkeiten bringen könnte. Eine baldige Lösung dieses Problems sei daher dringend notwendig.

Ab 1. Oktober 2006 dürfen, wie berichtet, nur mehr abgasreduzierte Lkw der Kategorie Euro 4 erstzugelassen werden. Der Stichtag für Kategorie 5-Lkw ist der 1. Oktober 2009 (siehe auch unseren gestrigen PWK628 zum Thema Verkehr und Umwelt "Bollmann:
Verkehrswirtschaft liegt Umweltschutz am Herzen"). Zahlreiche Transportunternehmer setzen bereits seit einiger Zeit freiwillig Euro 4-Lkw ein, vereinzelt sind bereits jetzt Euro 5-Fahrzeuge im Einsatz.

Mit dem Ziel, die Schadstoffemissionen von Lkw drastisch zu reduzieren, gibt es seit 1990 die Euro-Grenzwerte. Bereits die Euro 4 Grenzwerte stellen eine erhebliche Verschärfung gegenüber Euro 3 dar. Im einzelnen bedeutet dies die Verringerung des Stickoxidanteils um 30 Prozent und des Partikelanteils um ca. 80 Prozent. Die ab 2009 gültige Euro 5 Norm schreibt eine weitere drastische Verringerung des Stickoxidanteils vor (Euro 3: 5 Gramm/kwh, Euro 4: 3,5 Gramm und Euro 5: 2 Gramm/kwh).

In Österreich ist die Versorgung mit dem Treibstoffzusatz Ad Blue durch die Firma OMV gesichert. Die Fahrzeughersteller verfolgen unterschiedliche technische Strategien, um die kommenden, verschärften Abgasgrenzwerte zu erreichen. Ein Teil der Hersteller setzt auf Fahrzeugtechnik, die eine Abgasreinigung ohne den Zusatz von Harnstoff ermöglicht.

Ein weiterer Punkt auf der Agenda der IRU-Tagung war die Markt-und Kostensituation im Straßengüterverkehr. Die unterschiedlich hohen Abgabenbelastungen in einzelnen Staaten verzerren den Wettbewerb . Eine Detailanalyse hat gezeigt, dass der Anteil der Steuern auf Mineralölprodukte im EU-Durchschnitt 50 Prozent und mehr des Dieselpreises beträgt. "Die Finanzminister sind die einzigen Nutznießer aus dieser Situation", kommentiert Bauer, der sich im Rahmen dieser internationalen Organisation für Straßenverkehrsunternehmen mit Nachdruck für eine Eu-weite Harmonisierung der Kfz-Steuern und anderer Verkehrsabgaben einsetzt. (hp)

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