Österreichs erste Geriatrie mit ISO-Zertifikat ausgezeichnet

Wien (OTS) - Heute, Mittwoch erhielt das Haus der Barmherzigkeit
als erstes geriatrisches Pflegekrankenhaus in Österreich von Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat das ISO 9001:2000 Zertifikat verliehen. Damit setzt die gemeinnützige Einrichtung neue Maßstäbe im Qualitätsmanagement von Krankenhäusern in Wien. Einfachere Arbeitsabläufe sowie eine bessere Kommunikation zwischen Pflegepersonal, Ärzten, Therapeuten und Verwaltungsmitarbeitern garantieren eine höhere Zufriedenheit der Langzeit-Patienten.

Bei einem Festakt überreichte Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat gemeinsam mit der Zertifizierungsstelle "Quality Austria" das ISO 9001:2000 Zertifikat an das Haus der Barmherzigkeit Seeböckgasse. Das geriatrische Pflegekrankenhaus ist somit das erste in Österreich mit dem international anerkannten Qualitätszertifikat. In Wien ist es zudem die erste Krankenanstalt, die die strengen Anforderungen der ISO-Norm erfüllt.

Rauch-Kallat lobte bei der Übergabe die gemeinnützige Einrichtung in Wien-Ottakring, die den 350 Bewohnern ein würdevolles Altern ermöglicht: "Die bestmögliche Betreuung alter und chronisch kranker Menschen verdient unsere volle Aufmerksamkeit. In unserer Verantwortung liegt es, ihnen ein würdevolles Altern zu ermöglichen, ihnen einerseits Infrastrukturen zu bieten, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen und andererseits hochqualifizierte Pflegekräfte, die auf unterschiedliche Bedürfnisse individuell eingehen. Diese Professionalisierung einer abgestuften Pflege soll auch in Zukunft weiter ausgebaut werden."

Außerdem anwesend: LAbg. Marianne Klicka, Bezirksvorsteher Franz Prokopp, Bezirksvorsteher-Stv. Astrid Buk, Univ.-Prof. Dr. Reinhard Krepler (Institutsratsvorsitzender), Jenny Pippal sowie Vertreter von Gesundheitseinrichtungen.

Zufriedenheit der Langzeit-Patienten

Oberstes Ziel im Qualitätsmanagement ist die Zufriedenheit der 350 hochbetagten, chronisch kranken Patienten bzw. derer Vertrauenspersonen im Haus der Barmherzigkeit, so Institutsdirektor und Ärztlicher Leiter Prim. Univ.-Prof. Dr. Christoph Gisinger. Sie werden durchschnittlich rund eineinhalb Jahre betreut. "Wir haben über 100 Arbeitsabläufe aus der Sicht des Patienten durchleuchtet und verbessert", ist Qualitätsmanagerin Mag.a Emel Yahsi stolz: "365 Mitarbeiter aus Pflege, Medizin, Therapie und Verwaltung erarbeiteten gemeinsam in den letzten Monaten Richtlinien, Arbeitsanweisungen, Checklisten und Ratgeber." Durch die aktive Mitgestaltung aller 54 Berufsgruppen werden die Lösungen und Verbesserungen tatsächlich gelebt, ist Yahsi überzeugt.

Einfachere Arbeitsabläufe von Erstkontakt bis zur Entlassung

Die Mitarbeiter beschrieben die wichtigsten Arbeitsabläufe wie Erstkontakt von Interessenten, stationäre Aufnahme der Langzeit-Patienten, Diagnostik, Therapie, stationärer Aufenthalt, Bewohner- und Vertrauenspersonenbetreuung sowie Entlassung eines Patienten in leicht verständlicher Sprache. Denn: 60% der Mitarbeiter sind nicht in Österreich geboren, sondern stammen aus 26 anderen Ländern. Durch die intensive Zusammenarbeit der Berufsgruppen können nunmehr Doppelgleisigkeiten und Fehler vermieden sowie ein schnellerer Informationsfluss zwischen Pflegepersonal, Ärzten und Therapeuten garantiert werden. Ein weiterer Vorteil: Jeder Mitarbeiter weiß um die Schnittstellen mit anderen Kollegen. Auch neue Mitarbeiter können in Zukunft leichter eingeschult werden.

Betreuung mit mehr Lebensqualität

Gisinger fasst den Nutzen der Zertifizierung zusammen: "Wir wollen für unsere Patienten eine Betreuung mit mehr Lebensqualität: Durch einfachere Arbeitsabläufe bleibt den Mitarbeitern mehr Zeit für die Bewohner. Dabei müssen wir als Organisation auf ihre Anregungen und Wünsche eingehen. Durch das Qualitätsmanagement gewinnen wir Kennzahlen wie zum Beispiel Pünktlichkeit und Dauer bei Fahrtendiensten. Damit messen wir die Bewohnerzufriedenheit und können bei zu langen Wartezeiten reagieren. Bei unseren Mitarbeitern beobachte ich außerdem ein besseres Verständnis für die Tätigkeit der anderen Berufsgruppen." Als Kosten führt Institutsdirektor Dr. Wolfgang Huber den hohen Personaleinsatz an: "Wir haben insgesamt 6.200 Arbeitsstunden in unser Qualitätsmanagement sowie in Informations- und Fortbildungsveranstaltungen investiert. Diese Kosten 'ersparen' wir uns langfristig. Denn: Jeder weiß, wer was wann zu tun hat."

Gesamtzertifizierung bis Ende 2007

"Das Haus der Barmherzigkeit ist mit dem ISO-Qualitätszertifikat erneut Vorreiter im Gesundheitswesen", sind die beiden Institutsdirektoren Gisinger und Huber überzeugt. Mit dem geriatrischen Pflegekrankenhaus zertifizierten sich außerdem das Institut als "Trägerorganisation" sowie die Wirtschaftsbetriebe des Haus der Barmherzigkeit. Bis Ende 2007 werden das geriatrische Pflegekrankenhaus Tokiostraße in Wien-Donaustadt, das niederösterreichische Pflegezentrum Clementinum und die Küche "SANA Care Catering" nach ISO 9001:2000 zertifiziert.

Quality Austria Zertifizierungs- und Begutachtungs GmbH nahm die Überprüfung vor.

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Tel.: 01/ 40 199-1320 oder 0664/ 82 707 84
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