Wien am Beginn einer neuen Bahnhofsära

ÖBB investieren mehrere Hundert Millionen Euro in Ausbau der Wiener Bahnhöfe - Zukunft liegt in modernen Bahnhofcities

Wien (OTS) - Mehrere Hundert Millionen Euro investieren die ÖBB in den kommenden Jahren im Rahmen der Bahnhofsoffensive Phase 2 in die Erneuerung von Wiens Großbahnhöfen und lassen in zentralster Lage ganze Stadtteile entstehen. "Mit dieser Investitionsoffensive wollen wir unsere Verkehrsstationen für die nächsten Jahrzehnte fit machen, auf die Wünsche und Anforderungen der Kunden noch besser und zeitgemäßer eingehen und neue Zentren der Begegnung in der Stadt etablieren. Damit bringen wir die neue Qualität der ÖBB im Bahnhofsbereich nach Wien", so Michaela Steinacker, Geschäftsführerin der ÖBB-Immobilienmanagement GmbH anlässlich der Ausstellungseröffnung "Großer Bahnhof - Wien und die weite Welt" des Wien Museums.

Vom 28. September 2006 bis zum 25. Februar 2007 widmet sich das Wien Museum dem Thema "Eisenbahn, Stadt und Emotion" und lässt Wiens Fernbahnhöfe im Wandel der Zeit in neuem Licht erscheinen. "Als Hauptsponsor der Ausstellung freut es uns, dass das Wien Museum am Beginn dieser neuen Bahnhofsära das Thema Großbahnhöfe Wien aufgreift und einem interessierten Publikum eine spannende Zeitreise in die Vergangenheit und Zukunft dieser Brennpunkte des modernen Stadtlebens ermöglicht", betont Steinacker.

Der Großbahnhof als multifunktionale Verkehrsdrehscheibe

Mit ihren Großbahnhöfen prägt die Bahn bereits seit dem 19. Jahrhundert das Wiener Stadtbild und das öffentliche Leben der Stadt. Als Ausgangs- und Endpunkt von Reisen, als Orte der Begegnung, als Kulisse für Abschied und freudige Erwartung oder auch als städtebauliches Wahrzeichen haben sie sich in den letzten 170 Jahren in unterschiedlichen Formen präsentiert und laufend weiterentwickelt. "Heute geht der internationale Trend eindeutig in Richtung Bahnhofcities. Dort, wo derzeit noch dunkle Bahnhofshallen das allgemeine Erscheinungsbild prägen, werden künftig moderne, helle Bahnhöfe mit weitläufigen Flaniermeilen, ansprechenden Entertainment-Zentren und einladenden Wellnesszonen sowohl Bahnkunden als auch Stadtbewohner anziehen und von der neuen Qualität der Bahn überzeugen", so Steinacker. Diesen Trend holen die ÖBB derzeit nach Österreich und setzen in den nächsten Jahren insbesondere mit der Errichtung des Hauptbahnhofs Wien und dem Ausbau des Wiener Westbahnhofs zur Bahnhofscity markante städtebauliche Wahrzeichen. Die beiden Projekte entstehen auf Grundstücksflächen von rund 365.000 m2, auf denen zukünftig Bruttogeschossflächen von über 1.267.000 m2 angedacht sind.

Hauptbahnhof Wien: zentrales Bindeglied Europas

Mit dem Ausbau zum internationalen Verkehrsknotenpunkt wird der Hauptbahnhof Wien neben dem Flughafen Wien zur wichtigsten Drehscheibe für den internationalen und nationalen Reiseverkehr. Aus zwei historisch gewachsenen Endbahnhöfen - dem heutigen Südbahnhof und Ostbahnhof - wird ein zentraler Durchgangsbahnhof, der einen Knotenpunkt im transeuropäischen Schienennetz darstellt. Erstmals können in Wien die Züge aus Norden, Süden, Osten und Westen an einem Bahnhof verknüpft werden. Mit dem Hauptbahnhof Wien entsteht eine neue Verkehrsstation mit zehn Bahnsteigen. Eine direkte Passage wird zur unterirdischen S-Bahn, U-Bahn und Straßenbahn führen. Im Umfeld des Bahnhofes werden Werkstätten und Servicestationen errichtet sowie eine "Auto im Reisezug"-Verladestelle eingerichtet. Zusätzlich sollen eine Bahnhofscity für Handel, Dienstleistung, Gastronomie, Hotels und Büros entlang des Gürtels sowie eine Bürocity für Finanz-, Industrie-und Verwaltungsbetriebe und ein Wohnpark mit bis zu 5.500 Wohneinheiten entstehen. Das Projekt befindet sich derzeit in der intensiven Planungsphase. Nächstes Jahr durchläuft das Projekt das Umweltverträglichkeitsverfahren. Mit den ersten bauvorbereitenden Maßnahmen wird voraussichtlich Ende 2007 begonnen. Die Fertigstellung soll dementsprechend längstens bis 2012 erfolgen.

ÖBB suchen Kompetenzpartner für Westbahnhof

Ab 2008 wird der Wiener Westbahnhof generalsaniert und in eine neue, attraktive Bahnhofcity integriert. Im Zentrum der Modernisierung stehen die direkte Anbindung der Bahnhofshalle an die äußere Mariahilfer Straße, die Neuanordnung der Geschäfte in der denkmalgeschützten Bahnhofshalle und die Optimierung der Zufahrten am Europaplatz auf der Seite Felberstraße. Baulich wird unter der Bahnhofshalle ein zusätzliches Geschoß eingezogen. Über dem Park Ecke Mariahilfer Straße / Neubaugürtel wird ein Bürogebäude mit einem offenen Atrium errichtet. Innerhalb der Bahnhofshalle werden auf drei Ebenen zahlreiche Geschäfte, das ÖBB-Reisezentrum mit den Kassen und die Wartezone neu angeordnet. Damit wird für die Bahnfahrer der Beginn der Reise wesentlich attraktiver und übersichtlicher. Alle Vorfahrten der Taxis, Busse und Auto im Reisezug werden kundenorientiert verbessert. Auf rund 46.000 m2 sollen Verkaufsflächen für Handels-, Dienstleistungs- und Gastronomieeinrichtungen sowie Büronutzungen und ein 3-Stern-plus-Hotel entstehen. "Für die Zusammenstellung des richtigen Branchenmixes suchen wir derzeit einen kompetenten Partner mit einschlägigen, umfangreichen Erfahrungen mit Einkaufszentren bzw. Bahnhofs- oder Flughafenimmobilien. Das Auswahlverfahren schließen wir noch diesen Herbst ab. Für den gleichen Zeitraum erwarten wir den beschlossenen Flächenwidmungsplan inklusive der erforderlichen Bebauungs¬bestimmungen. Mit den eigentlichen Bauarbeiten wollen wir im Anschluss an die Fußballeuropameisterschaft, die im Juni 2008 stattfindet, beginnen", so Steinacker.

Bahnhof Wien Nord/Praterstern: Zweite Bauphase gestartet

Ebenfalls im Rahmen der Bahnhofsoffensive zu einem hochmodernen Bahnhof umgebaut und mit einer rund 5.000 m2 großen Shopping-Zone ausgestattet wird der Bahnhof Wien Nord/Praterstern. Die ÖBB werden den ersten Wiener Großbahnhof rechtzeitig zur Fußballeuropameisterschaft 2008 fertigstellen. Mitte April 2006 wurde bereits die erste Bauphase - die vor allem die Aktivitäten auf der "Praterseite" umfassten - abgeschlossen. Die nahtlos eingeleitete Bauphase 2 begann mit dem Abbruch der zweiten Hälfte des Bahnhofs mit gleichzeitiger Sanierung der Lasallebrücke. Während der Zugverkehr ab nun auf dem neuen Bahnsteig 3 / 4 abgewickelt wird, erfolgt der Umbau des Bahnsteigs 1 / 2. Bis Ende 2006 werden die Tragwerke erneuert sein. Dann beginnen die Bauspezialisten der ÖBB mit der Errichtung des zweiten Teils der Gleishalle, des Bahnsteigdaches 1 / 2 und der Signal- und Fernmeldeanlagen. Mit April 2007 werden alle Lifte und Rolltreppen für beide Bahnsteige in Betrieb genommen. Darüber hinaus forcieren die ÖBB im Bahnhofsumfeld umfangreiche Liegenschaftsentwicklungen. Diese umfassen Aktivitäten zur ÖBB-Standortkonzentration beim künftigen Büro- und Geschäftszentrum Praterstern 5, die Entwicklung des Frachtenbahnhofs Wien sowie die Entwicklung der Nordbahnstraße nach der Verlegung der Bahntrasse.

"Nach Fertigstellung werden die neuen Wiener Großbahnhöfe einen Qualitätssprung für Reisende und Besucher bringen. Modernste Infrastruktur, barrierefreie Zugänge zu den Zügen und umfassende Einkaufsmöglichkeiten stehen dann zur Verfügung. Mit unseren Bahnhofscities werden wir sowohl neue Wahrzeichen setzen als auch ganze Stadtteile in Wien mitgestalten. Eine große Aufgabe für die ÖBB", so Steinacker.

Visualisierungen zu den neuen Bahnhöfen finden Sie in unserem Pressecorner auf www.oebb.at

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