"WissenschaftlerInnen schreiben Presseaussendungen" - 3.Platz: Das Netz mit Köpfchen

Wien (OTS) - Das menschliche Gehirn ist zu vielen erstaunlichen Dingen in der Lage, doch eines bringt es nicht zustande: sich selbst zu verstehen. Um die komplizierten Strukturen dieses geheimnisvollen Organs zu entschlüsseln, bedarf es der Zusammenarbeit hunderttausender Wissenschafter auf der gesamten Welt. Eine junge Forschergruppe rund um den Neurowissenschafter und Bioinformatiker Matthias Samwald an der Medizinischen Universität Wien arbeitet daran, dass diese Zusammenarbeit auch tatsächlich gut funktioniert:
durch neue Internettechnologien mit Hirn!

Zum Einsatz kommt dabei das ‚Semantic Web’, eine neue Generation des derzeitigen Internets. Die Technologien des Semantic Web erlauben es, die Zusammenhänge nicht nur für den menschlichen Leser, sondern auch für die Computer verstehbar zu machen. Dies wird erreicht, indem die die Bedeutung (Semantik) der Forschungsdaten und Theorien in einer maschinenlesbaren Form gespeichert wird. Der Computer kann sich so selbstständig durch das Dickicht der weltweiten Informationsnetze bewegen und die für den Forscher relevanten Daten aufspüren.

Wenn also ein Forscher in Wien eine Genmutation beschreibt und eine Forscherin in Tokio entdeckt, dass dasselbe Gen für die Entstehung von Alzheimer verantwortlich ist, so kann der Computer automatisch einen möglichen Zusammenhang zwischen beiden Informationen finden. Durch die Hilfe des Computers können solche wichtigen Zusammenhänge viel früher entdeckt werden - was den wissenschaftlichen Fortschritt und die Entwicklung von Therapien deutlich beschleunigt.

Die Wiener Forschergruppe ist nun damit beschäftigt, diese neuen Technologien für den Einsatz in den Neurowissenschaften und der Biomedizin zu optimieren. Neben dem Verstehen der biologischen Zusammenhänge tut sich eine spannende Mischung aus Fragen anderer Disziplinen auf. Informatik, Philosophie und Wissenschaftssoziologie sind nur einige davon. Dabei geht es nicht bloß darum, die biologischen Forschungsobjekte zu verstehen, sondern auch die Forscher selbst: Wie denken Forscher? Wie arbeiten sie am effizientesten zusammen?

In der modernen biomedizinischen Forschung wird das Verstehen und Auswerten bestehender Datensammlungen zunehmend bedeutender als das klassische Experiment im Labor. Das intelligente Internet wird dabei zu einem der wichtigsten Werkzeuge der Wissenschaft im Kampf gegen Alzheimer, Parkinson und andere Krankheiten werden.

Diese Pressemeldung wurde am 26. September 2006 beim Wettbewerb "WissenschaftlerInnen schreiben Presseaussendungen" mit dem 3.Platz ausgezeichnet. Der Text-Wettbewerb wird von dialog<>gentechnik in Kooperation mit APA-OTS, einer Tochter der APA - Austria Presse Agentur, und dem Fond zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) organisiert.

Die OTS-Meldungen aller GewinnerInnen finden Sie in der digitalen Pressemappe unter:
http://www.ots.at/pressemappe.php?q=EMITTENTID=910

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Matthias Samwald
Section on Medical Expert and Knowledge-Based Systems
Core Unit for Medical Statistics and Informatics
Medizinische Universität Wien / Österreich
Spitalgasse 23, A-1090 Vienna, Austria
email:matthias.samwald@meduniwien.ac.at
web: http://neuroscientific.net/semantic

Maja Tumpej
dialog<>gentechnik
Tel: 00 43 (0)1 79044-4577
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