AK-Mietenerhebung: Wohnkosten in Kärnten seit 2002 kräftig gestiegen

Klagenfurt (OTS) - Die Wohnkosten in Kärnten sind seit dem Jahr 2002 weiter kräftig angestiegen. Das zeigt die aktuelle Mietzinserhebung der Arbeiterkammer Kärnten. Die Gesamtwohnkosten in Genossenschaftswohnungen sind um 22 Prozent gestiegen, jene in Privatwohnungen um fünf Prozent. Privatwohnungen sind nach wie vor teurer, doch die Kosten gleichen sich immer mehr an. Der Preisunterschied zwischen Genossenschaftswohnungen und Privatwohnungen hat sich von 51 Prozent (2002) auf 25 Prozent halbiert.
An der Mietzinserhebung, die die Arbeiterkammer im Mai und Juni 2006 in ganz Kärnten durchführte, beteiligten sich 531 Mieter. Der AK ist es wichtig, dass den Arbeitnehmern genügend leistbarer Wohnraum zur Verfügung steht, betont AK-Präsident Günther Goach.
Für eine 80 Quadratmeter-Genossenschaftswohnung betrugen die Wohnkosten 2002 im Schnitt 360 Euro, heuer 440 Euro. Eine Privatwohnung dieser Größe kam 2002 auf 544 Euro, 2006 auf 552 Euro. Ein Grund für die starke Erhöhung der Mietzinse bei den Genossenschaften ist unter anderem die an das Alter der Gebäude gekoppelte Erhöhung der Rückzahlungsraten für die Wohnbauförderung sowie die zunehmende Sanierungsbedürftigkeit der Mietwohnungen. Für eine 80 Quadratmeter große Wohnung in einem neun Jahre alten Haus kann die Genossenschaft als Erhaltungs- und Verbesserungsbeitrag, der ebenfalls vom Alter des Gebäudes abhängt, maximal 32,12 Euro brutto pro Monat vorschreiben, ist das Haus älter als 20 Jahre, das Vierfache, also 128,48 Euro monatlich, eine Erhöhung um 300 Prozent. Problematisch ist, dass viele Genossenschaften lange Zeit keinen oder einen sehr niedrigen Erhaltungs- und Verbesserungsbeitrag vorschreiben und ihn dann, wenn die Gebäude sanierungsbedürftig werden, schlagartig, meist vom Minimal- auf den Maximalbetrag, erhöhen. Dadurch geraten viele Mieter unter finanziellen Druck.
Vor allem für die Bezieher kleiner Einkommen gibt es zu wenig Wohnungen, die sie sich leisten können. Die Hälfte der befragten Genossenschaftsmieter mit einem Einkommen unter 730 Euro netto monatlich müssen mindestens 52 Prozent davon für das Wohnen ausgeben, die Hälfte der Privatmieter mindestens 49 Prozent. Im Extremfall verschlingen die Wohnkosten in einer Genossenschaftswohnung in dieser Einkommensgruppe über 68 Prozent des Einkommens, in einer Privatwohnung sogar über 89 Prozent.
Die Betriebs- und Heizkosten sind unverändert hoch. Für sie geht rund ein Drittel der Wohnkosten auf.
Der Trend zu Singlehaushalten hält weiter an. Doch der Anteil der Wohnungen bis 50 Quadratmetern ist im Privatbereich von 29 auf 25 Prozent und bei den gemeinnützigen Wohnungen von sieben auf sechs Prozent gesunken.
Die Kleinwohnungen sind auch das teuerste Marktsegment. Für eine Genossenschaftswohnung bis 50 Quadratmeter zahlt die Hälfte der Mieter mehr als 5,80 Euro pro Quadratmeter, für eine Privatwohnung dieser Größe sogar mehr als 8,10 Euro. Das sind mindestens 290 Euro monatlich für eine 50-Quadratmeter-Genossenschafts- und mindestens 405 Euro für eine 50-Quadratmeter-Privatwohnung.
Weil sich immer mehr Mieter ohne Beihilfen eine Wohnung nicht mehr leisten können, fordert die Arbeiterkammer Kärnten einen Rechtsanspruch auf Wohnbeihilfe und Heizkostenzuschuss. Damit es nicht zu Härtefällen kommt, muss es die Möglichkeit einer Vorfinanzierung für die Wohnbeihilfe und den Heizkostenzuschuss geben, betont Goach. In die Bemessungsgrundlage für die Wohnbeihilfe müssen auch die Betriebskosten eingerechnet werden, nicht nur die reine Miete, verlangt die AK.
Die Genossenschaften fordert die AK auf, die Erhaltungs- und Verbesserungsbeiträge rechtzeitig und vorausschauend vorzuschreiben. Das Angebot an Kleinwohnungen im Genossenschaftsbereich muss erhöht werden.
Weiters fordert die Arbeiterkammer die Wiedereinführung des Kündigungsschutzes für Mieter in Ein- und Zweifamilienhäusern, die Ausdehnung des Kündigungsschutzes auf alle privaten Mietwohnungen und mehr Budgetmittel für den sozialen Wohnbau.

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