Blecha warnt vor Drei-Säulen-Modell in der Alterssicherung

Pensionistenverband: Betriebspensionen in prekärer Lage - Umlagefinanziertes System sichern

Wien (SK) - "Die Lage der Betriebspensionen ist prekär", stellte Karl Blecha, Präsident des Pensionistenverbandes, bei einer Pressekonferenz am Dienstag fest und warnte allgemein vor dem Drei-Säulen-Modell in der Alterssicherung. In den letzten Tagen habe es sich wieder bestätigt, dass die Pensionen die Österreicher wie kein anderes Thema bewegten. Er, Blecha, trete für eine uneingeschränkte Unterstützung des umlagegesicherten Pensionssystems ein. Kanzler Schüssel hingegen habe die erste Säule ausgehöhlt. "Wir haben am Sonntag die Gelegenheit, einen Kurswechsel zu erzwingen", machte Blecha deutlich. ****

"Die Menschen sollen sich daran erinnern, wer die Forderungen der Pensionisten in den letzten Jahren im Parlament eingebracht hat - und wer diese niedergestimmt hat", so Blecha. Daher ist es für ihn nachvollziehbar, "dass die SPÖ bei den Pensionisten in den Umfragen vor der ÖVP liegt." ****

Blecha hat für die staatliche Prämie für private Pensionsvorsorge wenig Verständnis: "Die Mittel für die erste Säule werden reduziert -aber die dritte Säule wird gefördert." Das komme nur Menschen mit einem Einkommen zugute, das über der Höchstbemessungsgrundlage des ASVG liege. "Wer die demographische Keule schwingt, redet nur das Pensionssystem krank", empörte sich der Präsident des Pensionistenverbandes. Die erste Säule werde als unfinanzierbar dargestellt, weil das Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Pensionsbeziehern in 30 Jahren 1:1 betragen werde, bei der privaten Vorsorge sei dieses Verhältnis aber von der ersten Stunde an der Fall gewesen. Bei den Privaten seien Verwaltungs- und Werbekosten außerdem fünf- bis zehnmal höher als bei der staatlichen Pensionsvorsorge, erläuterte Blecha. Sein Credo ist daher, "die erste Säule zu stärken, weil darauf unser soziales Pensionssystem beruht".

Günter Braun vom Schutzverband der Pensionsberechtigten beschäftigte sich mit er zweiten Säule: "Die Pensionskassen haben die Firmen mit hohen Zinssätzen gelockt, doch Zinssätze von 5,5 bis 8 Prozent sind nicht mehr erwirtschaftbar." Die von den Pensionskassen angegebenen durchschnittlichen Zinsen von sieben Prozent seien reine "Schönfärberei", da sie den Zeitraum der letzten 15 Jahre berücksichtigten. Tatsächlich habe es jedoch seit 2000 sogar teilweise ein Minus gegeben.

Franz Schön, Vertreter der BA-Pensionisten, beklagte das mangelnde Mitspracherecht bei den Betriebspensionen. Und Werner Thum, der Vorsitzende der ÖGB-Pensionisten, sagte: "Es ist ein Paradoxon, dass von Einsparungen bei den Pensionen geredet wird und gleichzeitig öffentliche Gelder in die dritte Säule gebuttert werden", wunderte sich Werner Thum, Vorsitzender der ÖGB-Pensionisten. (Schluss) re

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