SWS-Studie: Mehrheit mit Regierungspolitik unzufrieden

Österreicher bevorzugen große Koalition

Wien (OTS) - Anlässlich der bevorstehenden Nationalratswahl präsentierte die Sozialwissenschaftliche Studiengesellschaft am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz aktuelle Umfragedaten. "Wir werden nicht den Fehler machen und den Wahlausgang vorhersagen", unterstrich Heinz Kienzl, Obmann der SWS, die Vorgansweise seiner Institution. Vielmehr habe man sich in den Umfragen darauf fokussiert, ein "Sammelsurium" an verschiedenen wahlbeeinflussenden Daten zu erheben. Wie Franz Birk, Senior Consultant des IFES, hervorhob, habe man sich in den Umfragen nicht nur auf herkömmliche demographische Daten verlassen, sondern auch die Werte nach Parteipräferenz erhoben. Beeindruckende Ergebnisse der Studie: Eine große Koalition würde von einem Großteil der Österreicher bevorzugt. Mit der derzeitigen Regierungspolitik ist die Mehrheit der Befragten unzufrieden, und die Causa BAWAG wird vor allem als Wahlkampfthema betrachtet. ****

"Die Wähler sind unberechenbarer und wählerischer geworden", bemerkte Birk. Dies zeige sich vor allem bei der großen Anzahl an unentschlossenen Wählern. In den einzelnen politischen Lagern hingegen seien die Entscheidungen weitgehend gefallen. Interessant sei nun, welche Faktoren für die Wahl entscheidend seien. Unter den SPÖ-Anhängern zeige sich deutlich, dass vor allem das Vertrauen in die Einhaltung von Versprechungen ein Einflussfaktor sei. Immerhin 73 Prozent der befragten SPÖ-Sympathisanten hätten dem zugestimmt, bei der ÖVP hingegen sei der Wert nur bei 59 Prozent. Auch das Programm der Sozialdemokratie überzeugt die SPÖ-Anhänger: Ebenfalls 73 Prozent zeigen sich von den Themen überzeugt, jedoch nur 60 Prozent der ÖVP-Anhänger zeigen sich vom eigenen Programm begeistert.

Auch kommende Koalitionsvarianten wurden abgefragt. Es zeigte sich eindeutig, dass eine große Koalition von den meisten präferiert werde. Unter den SPÖ-Anhängern würden sich 58 Prozent für eine große Koalition unter SPÖ-Führung aussprechen, weitere 27 Prozent würden eine rot-grüne Konstellation bevorzugen. Mit der derzeitigen Regierungspolitik zeigte sich eine Mehrheit der Befragten sehr unzufrieden. Lediglich in der ÖVP-Anhängerschaft konnte Zufriedenheit festgestellt werden.

Ebenfalls erhoben wurde die Meinung zu den aktuellen Wahlslogans der Großparteien. Tendenziell schnitt der SPÖ-Slogan "Neue Fairness braucht das Land" besser ab, als der ÖVP-Slogan "Österreich, hier geht es uns gut". Gezeigt habe sich auch, so Thomas Reindl, SPÖ-Gemeinderat und stv. Schriftführer der SWS, dass die Wähler Versprechungen in eine Steuerreform die Entlastungen mit sich bringt, nicht mehr glauben. Zum Thema BAWAG sei zu bemerken, dass ein Großteil der Befragten annimmt, dass die zur Schau getragene Empörung einzelner Politiker nur gespielt sei und dass das Thema vor allem aus wahltaktischen Motiven hochgespielt werde. (Schluss) sw

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