Grüne NÖ: Wirtschaftsbund für weitere Privatisierung der Pflege

Krismer: Nachbarschaftshilfe auch für Elektro- und Maurertätigkeiten?

St. Pölten (OTS) - Das Engagement vieler Ehrenamtlicher im Pflegebereich ist enorm. Fakt ist, dass es sich fast ausschließlich um Frauen mit Herz handelt. "Dieses kostengünstige Modell gefällt natürlich dem Wirtschaftsbündler und VP-Gemeindevertreterobmann Mag. Alfred Riedl. Die Heimhilfe soll möglichst eine private Angelegenheit von Frauen bleiben", kritisiert die Gesundheitssprecherin der Grünen NÖ, LAbg. Dr. Helga Krismer die mangelnde Verantwortung der öffentlichen Hand bei der Präsentation des Nachbarschaftshilfe-Vereins durch fünf ÖVP-Männer. Damit sollen sich die Vereinsmitglieder untereinander bei marginaler sozialer Absicherung selbst helfen. Das Engagement mit Herz wird institutionalisiert und ausgebeutet. Damit spart sich die öffentliche Hand Kosten für Heimhilfe und Betreuung. "Wenn es um die Pflege geht, dann ist der ÖVP die Privatisierung recht. Das zeigt auch den Stellenwert sozialer Verantwortung in der ÖVP", kommentiert Krismer die ausbeuterische Institutionalisierung des Ehrenamtes. "Warum denkt die ÖVP nicht auch an solche Tauschvereine bei anderen Nachbarschaftshilfen wie Maurertätigkeiten oder Elektrogebrechen? Weil eine sozial kompetente Dienstleistung in der ÖVP nicht den selben Stellenwert wie eine handwerkliche genießt?", vermisst Krismer eine Wertdiskussion rund um die Pflege und Betreuung von Menschen, deren Finanzierung und die Schaffung solider Arbeitsplätze auch für Frauen. "Die Finanzierung sozialer Dienste hängt von der politischen Wertigkeit ab. Und diese sozialen Berufe sind den Grünen mehr als ein Ehrenamt mit sonderbaren Bonuspunkten wert", schließt Krismer.

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