Hochkarätige Experten/-innen bei AK-Tagung Betriebliche Förderung rückt ins Zentrum der Frauenpolitik

Linz (OTS) - "Es braucht Mut und Konsequenz, wir lassen aber nicht locker", stellte AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer bei der Tagung "Land der Frauen zukunftsreich?" fest. Gemeinsam mit Frauen-Landesrätin Dr.in Silvia Stöger will die AK noch mehr aufs Tempo drücken, um dem Ziel der Chancengleichheit näher zu kommen. Nächster gemeinsamer Schwerpunkt: betriebliche Frauenförderung.

Dass sich mittlerweile auch der Sozialpartner in Sachen Ausbau der Ganztagsschulen auf die Seite der AK gestellt habe, ließe hoffen, sagte Kalliauer. Langsam dringe die Erkenntnis durch, dass Chancengleichheit und Einkommensgerechtigkeit weit über Fraueninteressen hinausgingen.

Eine vernichtende Bilanz der letzten Jahre aus frauenpolitischer Sicht zog Ex-Frauenministerin Johanna Dohnal: Frauen würden nur noch wahrgenommen als pflegende und sorgende Mutter, Zuverdienerin im Dienste einer jederzeit kündbaren Reservearmee auf dem Arbeitsmarkt oder Karrierefrau - dynamisch, leistungsorientiert und antifeministisch. All diese Platzzuweisungen würden die Frauen in Abhängigkeit halten. Ziel müsse die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Frauen sein.

Durch den relativ frühen Eintritt ins Berufsleben sei die Erwerbs beteiligung bei den Jungen zwar hoch, doch klaffe bei den Frauen eine hohe Lücke im Haupterwerbsalter, sagte Mag. Thomas Leoni vom Wirtschaftsforschungsinstitut bei der Präsentation der von der AK in Auftrag gegebenen Studie zur Lage der berufstätigen Frauen in Oberösterreich. Den Einkommensnachteil durch Teilzeit oder vorübergehenden Ausstieg können die Frauen ihr Leben lang nicht mehr einholen.

Steuern unsere Steuern Richtung Gleichstellung? Diese Frage musste Mag.a Sybille Pirklbauer von der AK Wien in ihrem Referat eher verneinen. Angedachte Maßnahmen wie die steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten würden keine zusätzlichen Betreuungsplätze schaffen. Für 1,4 Millionen Einkommensbezieher/-innen unter der Lohnsteuergrenze würde die Absetzbarkeit gar nichts bringen, höhere Einkommensschichten aber könnten das Kindermädchen von der Steuer absetzen.

Großen Nachholbedarf bei Betreuungseinrichtungen konstatierte Mag.a Michaela Hajszan vom Charlotte-Bühler-Institut für praxisorientierte Kleinkindforschung. Kinderbetreuungseinrichtungen würden hierzulande viel zu wenig als Bildungseinrichtungen gesehen. Mit 0,43 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Bildung von Vorschulkindern liege Österreich weit unter dem EU-Schnitt von 1 Prozent.

Dr. René Schindler von der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung wies darauf hin, dass die Frauenerwerbsquote in Österreich viel niedriger wäre, würde man sie auf Vollzeitäquivalent umrechnen. Wunsch und Wirklichkeit, was die Arbeitszeit betrifft, würden bei Frauen und Männern weit auseinander klaffen. Hier müssten die Arbeitgeber mehr Flexibilität zeigen.

Landesrätin Dr.in Silvia Stöger kündigte in ihrem Schlusswort eine Offensive zum Thema betriebliche Frauenförderung an. Man wolle den Betrieben Beratung anbieten.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich
Kommunikation
Tel.: (0732) 6906-2182
presse@ak-ooe.at
http://www.arbeiterkammer.com

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO0002