GMTN-Foglar: Arbeitsplatzabbau bei Gabor unverständlich

Gewerkschaft verlangt Arbeitsstiftung für Betroffene

Wien (GMTN/ÖGB) - "Der geplante Arbeitsplatzabbau bei der Firma Gabor in Kärnten ist ein weiterer Beweis dafür, dass die Gewinne von Unternehmen nie hoch genug sein können, auch wenn das viele Menschen ihre Arbeitsplätze kostet", sagt Erich Foglar, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung (GMTN), zu den heute bekannt gewordenen Plänen des Kärntner Schuhherstellers.++++

Erst im August des Jahres haben 172 ArbeiterInnen der Firma Ara in Feldkirchen die Hiobsbotschaft erhalten, dass ihre Arbeitsplätze abgebaut werden - die GMTN hat für sie gemeinsam mit dem Betriebsrat einen Sozialplan vereinbart. "Die Nachricht über den Abbau von 170 Arbeitsplätzen bei Gabor in Spittal an der Drau ist ein weiterer schwerer Schlag für die Beschäftigten und die Arbeitsplatzsituation in Kärnten, und auch unverständlich, weil die Firma Gabor wirtschaftlich gut dasteht", sagt Monika Kemperle, in der GMTN auch für die Schuhindustrie zuständig. Die genauen Gründe für die jetzige Kündigungswelle sind noch nicht bekannt, wahrscheinlich ist eine Verlagerung der Produktion in so genannte Billiglohnländer.

Im August 2003 haben 277 Gabor Beschäftigte ihre Arbeitplätze verloren, in der Mehrzahl waren Frauen betroffen - 650 Arbeitsplätze gab es nach dieser Kündigungswelle noch. Vom aktuellen Arbeitsplatzabbau sind 170 ArbeitnehmerInnen betroffen, wieder mehrheitlich Frauen, viele von ihnen sind schon lange im Betrieb beschäftigt. Kemperle: "Für sie wird es besonders schwierig, neue Arbeitsplätze in der Region zu finden, denn Kärnten hat ohnehin eine der höchsten Arbeitslosenraten in Österreich."

Die GMTN wird die Gabor-BetriebsrätInnen bei den Verhandlungen für einen Sozialplan mit der Firma Gabor unterstützen und sich außerdem für die Schaffung einer Arbeitsstiftung für die Betroffenen einsetzen. "Wir können den Beschäftigten ihre Arbeitsplätze nicht zurückgeben, das liegt nicht in unserer Macht", sagt Erich Foglar. "Wir können aber dafür sorgen, dass sie mit Umschulungen und Weiterbildungen trotzdem Zukunftschancen haben. Und wir werden mit unserer internationalen Tätigkeit und in Zusammenarbeit mit NGOs weiter daran arbeiten, die Arbeitsbedingungen in den so genannten Billiglohnländern weiter zu verbessern. Denn viele Unternehmen machen ihre Gewinne zu Lasten der europäischen und der asiatischen ArbeitnehmerInnen. Das ist nicht in deren Sinn, es ist aber auch nicht im Sinn der Unternehmen, denn dann kann niemand mehr ihre Produkte kaufen. Wir hören zwar immer wieder schöne Statistiken darüber, wie viele Arbeitsplätze die heimische Industrie schafft. Die Praxis beweist aber, wie wir immer wieder erleben, das Gegenteil."

ÖGB, 19. September 2006
Nr. 617

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