IV NÖ-Präsident Zimmermann zu "Tagen der offenen Tür": "Wollen uns in Win-Situation präsentieren"

Exportwirtschaft sichert Arbeitsplätze, Wohlstand und soziale Sicherheit im Land

Wien (OTS) - (PdI NÖ) "Wir wollen uns als Industrieland Niederösterreich in den kommenden drei Tagen in einer Win-Situation präsentieren und nicht jammern", erklärte der Präsident der Industriellenvereinigung Niederösterreich (IV NÖ), GD Mag. Norbert Zimmermann, anlässlich der am Donnerstag, Freitag und Samstag dieser Woche in niederösterreichischen Industriebetrieben statt findenden "Tagen der offenen Tür", die von der IV NÖ und Sparte Industrie der Wirtschaftskammer NÖ organisiert wurden. Bei einer Pressekonferenz in Wiener Neudorf verwies Zimmermann auf die derzeit bundesweit herrschende Rekordbeschäftigung, die Entspannung im Bereich der Jugendbeschäftigung und den derzeitigen "ziemlich heftigen Wirtschaftsaufschwung". Daher wolle die niederösterreichische Industrie "aufmachen", wer von mancher Seite vermittelte Eindruck, Österreich sei ein Armenhaus, "stimmt einfach nicht".

"Ohne Exportwirtschaft kein Wohlstand"

"Ohne eine funktionierende Exportwirtschaft gibt es in unserem Land keine Arbeitsplätze, keinen Wohlstand und keine soziale Sicherheit", so der Präsident der IV-Niederösterreich. Er sei optimistisch, dass die positive Lage anhalte, gleichzeitig müsse man für die Industrie die richtigen Maßnahmen setzen und Rahmenbedingungen schaffen. Zimmermann bezeichnete die österreichische Wirtschaft als "Gesamtkunstwerk", das nur funktioniere, wenn das ganze Team gut zusammen spiele. Verglichen mit einer Fußballmannschaft sei die heimische Industrie der Sturm, der im Ausland aber nur Tore schieße, wenn er von hinten gut versorgt wird. Als wesentliche Zukunftsmaßnahmen nannte der Präsident die Flexibilisierung der Arbeitszeit, Ausbildung sowie Spitzenleistung in Forschung und Entwicklung. Niederösterreich zeige sich durch sein Fachhochschulsystem, die Donau Universität in Krems und das entstehende Institute of Science and Technology - Austria (ISTA) sehr stark.

Standort Niederösterreich schließt auf

Zimmermann betonte die Zusammenarbeit der Industrie mit dem Land Niederösterreich "funktioniert sehr gut". "Der Standort Niederösterreich hat im bundesweiten Vergleich zu den Top drei aufgeschlossen." Es gehe um eine dynamische Zusammenarbeit jener, die für die Infrastruktur verantwortlich seien mit jenen, die in den Betrieben ihre Leistung bringen. Gleichzeitig hätten die heimischen Unternehmen die Chancen der EU-Erweiterung bisher hervorragend genutzt. In dem Zusammenhang verwies der Präsident darauf, dass ein Industriejob normalerweise zwei weitere nachziehe. Dies komme wiederum auch den Gemeinden zugute, wenn etwa ein Berndorfer Betrieb mit 230 Mitarbeitern eine jährliche Kommunalabgabe von rund 300.000 Euro leiste.

"Industrielehre" hat wichtige Ausbildungsfunktion

"Die ‚Industrielehre’ hat einen besonders hohen Stellenwert, da die niederösterreichische Industrie nämlich auch eine wichtige Ausbildungsfunktion für fachliche Nachwuchskräfte erfüllt", erklärt KR Dieter Lutz, Obmann der Sparte Industrie, Wirtschaftskammer NÖ. Über 2.250 Lehrlinge werden in 270 nö. Industriebetrieben ausgebildet, das entspreche zwar "nur" einem Anteil von 12,2 % aller nö. Lehrlinge, aber neben der Ausbildung von rund 150 kaufmännischen Lehrlingen komme gerade der Ausbildung in hochtechnologischen Berufen größte Bedeutung zu. "In einem Hochlohnstandort wie Niederösterreich spielt die Qualifikation der Mitarbeiter für die internationale Wettbewerbsfähigkeit eine entscheidende Rolle."

1.000 Euro Förderung für jeden zusätzlichen Lehrling

Die meisten technischen Lehrlinge werden im Eisen-Metall-Sektor ausgebildet: über 80 % lernen einen Beruf im Bereich der Metallbe-und -verarbeitung und der Elektrotechnik und Elektronik. Angesichts der herrschenden guten Konjunkturlage ist die Nachfrage nach Fachkräften sehr hoch. Der Ausbildung eigener Fachkräfte kommt daher umso mehr Bedeutung zu. Um Betrieben, die nicht oder nicht regelmäßig eine solche eigene Lehrlingsausbildung betreiben, das Heranziehen von Fachkräften zu erleichtern, läuft derzeit ein Pilotprojekt der Sparte Industrie der WKNÖ an, eine regionale Ausbildungskooperation im Traisental mit 22 Leitbetrieben zu initiieren. Darüber hinaus werden an Betriebe, die zusätzliche Lehrlinge einstellen von Fachgruppen der Sparte Industrie Prämien von Euro 1.000,- pro Lehrling ausgeschüttet.

Industriestandort NÖ in den Top 3

Eine aktuelle Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI) belegt die zentrale Rolle Niederösterreichs im bundesweiten Industrievergleich. "Mit einer Produktion von 35,80 Mrd. Euro, einer Wertschöpfung von 13,86 Mrd. Euro und einem Beschäftigtenstand von 270.000 Arbeitskräften landen der Produzierenden Sektor Niederösterreichs und die mit ihm verbundenen industrienahen Dienstleistungsbranchen mehr als eindeutig in den Top 3 der heimischen Industriestandorte", stellt Studienautor und IWI-Chef, Dr. Herwig W. Schneider, fest.

Tertiärer Sektor profitiert von Industrie

Große Teile des Tertiären Sektors, insbesondere die unternehmensbezogenen Dienstleistungen, haben sich in den vergangenen Jahren untrennbar mit der Industrie Niederösterreichs verknüpft und leben heute von der intensiven industriellen Vorleistungsnachfrage. Dadurch werden zusätzliche Produktion, Wertschöpfung und Beschäftigung nicht nur in Niederösterreich, sondern auch den angrenzenden Bundesländern geschaffen. Allen voran profitiert die Bundeshauptstadt Wien.

Erfolgsgeschichte NÖ Industriegütesiegel

"Jeder zwölfte Euro, der in Österreich erwirtschaftet wird, trägt das Niederösterreichische Industriegütesiegel. Die stärksten Niederösterreichischen Industriebranchen finden sich zurzeit im Bauwesen (Abgesetzte Produktion von 3,28 Mrd. Euro), in der Nahrungs-und Genussmittelindustrie (2,84 Mrd. Euro) und im Maschinenbau (2,68 Mrd. Euro). Ein überdurchschnittlich starker Aufholprozess konnte im vergangenen Jahrzehnt dagegen bei der Herstellung von Möbel, Schmuck, Musikinstrumenten, Sportgeräten, Spielwaren und sonstigen Erzeugnissen (+95% Produktionswachstum) bei der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (+90%) und in der Metallerzeugung bzw. -bearbeitung (+82%) erzielt werden", so Schneider abschließend.

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