Kuntzl zu Kinderbetreuung: Bessere Vereinbarkeit ist Schüssel-Regierung nichts wert

SPÖ wird 100.000 qualitativ hervorragende Betreuungsplätze schaffen

Wien (SK) - "Wenn laut Arbeiterkammer 46.000 Betreuungsplätze fehlen und nur 42 Prozent der vorhandenen Betreuungsplätze sich mit der Berufstätigkeit der Eltern tatsächlich vereinbaren lassen, sollten bei der Regierung alle Alarmglocken läuten. Aber der Schüssel-Regierung ist die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie nichts wert", verwies SPÖ-Familiensprecherin Andrea Kuntzl auf die Tatsache, dass bis Ende 2005 von der Schüssel-Regierung zwar 100 Millionen Euro für Werbung und Kampagnen ausgegeben, aber lediglich 1.000 zusätzliche Kinderbetreuungsplätze geschaffen wurden. "Um die Wertigkeit zu zeigen: der für den Ausbau zur Verfügung stehende Fonds wurde mit lediglich 700.000 Euro dotiert. Das entspricht bloß einem Vierzehntel dessen, was der Regierung die Bewerbung ihrer mäßigen Arbeit wert ist", so Kuntzl am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Kuntzl betonte den hohen pädagogischen Wert von Kinderbetreuungseinrichtungen. "Eigentlich sollte klar sein, dass der Frühförderung und dem Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen vor dem Hintergrund der PISA-Ergebnisse höchste Priorität eingeräumt wird. Bei der Schüssel-Regierung ist aber genau das Gegenteil der Fall: Dieser Regierung ist Eigenwerbung weit wichtiger, als die Frühförderung der Kinder und die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie." Auch sei zu bedenken, dass geeignete Kinderbetreuungseinrichtungen "ein wesentlicher Schlüssel gegen die Frauen- und Familienarmut ist", betonte Kuntzl, dass ein hoher Anteil an Frauen ihre Erwerbstätigkeit aufgrund der nicht vorhandenen Kinderbetreuungsmöglichkeiten auf Teilzeitarbeit beziehungsweise geringfügige Beschäftigung reduzieren, oder ihre Berufstätigkeit ganz aufgeben. "Der Effekt ist nicht selten das Abrutschen zur Gruppe der 'working poor' und damit auf Sozialhilfe angewiesen zu sein", so Kuntzl.

Anders die SPÖ: Kuntzl erklärte, die Sozialdemokratie trete für einen Rechtsanspruch auf qualifizierte, leistbare Kinderbetreuung für jedes Kind bis zum Ende der Schulpflicht ein. Daher sei es kein Zufall, dass Wien als das beste Bundesland in punkto Kinderbetreuungseinrichtungen abschneidet. "Die SPÖ wird, wenn sie Regierungsverantwortung bekommt, in der nächsten Legislaturperiode die Kindergartenmilliarde wieder einführen", sagte Kuntzl, und betonte, dass es dabei um 100 Millionen Euro für den Ausbau der notwendigen Kinderbetreuungsplätze geht. Ein Kinderbetreuungs-Grundsatzgesetz soll österreichweit gleiche Standards bei Betreuungsqualität und Öffnungszeiten sicherstellen -wie das im "Clever-Kids-Programm" der SPÖ dargelegt ist. Außerdem sollen bis zum Jahr 2010 100.000 zusätzliche Ganztagsschulplätze zur Verfügung gestellt werden.

"Wir sind davon überzeugt: Die Investitionen in die Zukunft unserer Kinder rechnen sich. Sowohl für das jeweilige Kind, das allerbeste Förderung erhält, als auch volkswirtschaftlich", erinnerte Kuntzl abschließend an eine WU-Studie, wonach der Großteil der Investitionen in Kinderbetreuungseinrichtungen per Umwegrentabilität wieder in das öffentliche Budget zurückfließt. (Schluss) up

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