Broukal zu Unis: 45 Prozent Drop-Out zeigen inakzeptable Verhältnisse auf

Ist Uni-Milliarde 2007 nur ÖVP-Wahlkampfschmäh?

Wien (SK) - "Frau Brinek verspricht Dinge, für die sie und ihre Partei sechs Jahre lang voll verantwortlich waren und eben nichts unternommen haben, um die Situation zu verbessern", stellte SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal am Donnerstag im Rahmen einer Diskussion des Klubs der Bildungs- und Wissenschaftsjournalisten fest. Die Realität nach sechs Jahren schwarz-blau-oranger Bildungspolitik ist, dass Österreich bei der Akademikerquote gerade noch vor der Türkei liegt und in den letzten zehn Jahren ein Stagnieren festzustellen ist, dass die Universitäten an chronischer Unterfinanzierung leiden, die Studiendauern die längsten Europas sind, während die Drop-Out-Rate mit 45 Prozent extrem hoch ist. "Die Drop-Out-Quote ist das größte Warnzeichen und zeigt deutlich, dass das System unter inakzeptablen Verhältnissen leidet", so Broukal. ****

Jahrelang hat die Regierung den Universitäten um 100 Millionen Euro weniger gegeben, als diese gebraucht hätten. "Dann tut man großzügig und gibt ein bisschen was zurück. Tatsache ist, dass 2009 der Anteil der Unis am Bruttosozialprodukt kleiner sein wird als im Jahr 2002. Die Ausgaben für die Universitäten werden nicht ausgebaut. Sie schrumpfen", erklärte Broukal. Das Forderungsprogramm der Rektoren, die ebenfalls eine Aufstockung des Globalbudgets um 100 Prozent fordern, seien in 90 Prozent ident mit den Forderungen der SPÖ. "Wenn Bardelt von 'Studienplatzbewirtschaftung' spricht, dann möchte ich von den Rektoren wissen, was es kostet, einen zusätzlichen Studienplatz anzubieten. Ich will nicht, dass wir dann wieder über Studienplatzabbau und Rausprüfen sprechen, ich will, dass wir über einen Ausbau sprechen", führte Broukal aus.

Die immer wieder angekündigte "Uni-Milliarde" sei ein reines Wahlversprechen der ÖVP. "Die ÖVP hat es verabsäumt, diese Aufstockung der Gelder im Nationalrat zu beantragen. Es gibt kein Budget 2007 und damit auch keine Uni-Milliarde." Gleiches gelte auch für die F+E-Gelder, die für 2007 eben nicht beschlossen seien. "Für die Universitäten gibt es nicht einmal eine politische Garantie", so Broukal.

Heftige Kritik übte Broukal auch an der Tatsache, dass gerade für junge WissenschafterInnen unhaltbare Zustände an den Universitäten herrschen. "Die junge Wissenschafter warten seit drei Jahren auf ein Lebensmodell mit Chancen und Sicherheiten. Im Moment bekommen junge Ärzte, die an der Medizin-Uni Arbeit am offenen Herzen verrichten, nach zehn Jahren Studium 1.000 Euro. Bei den Lektoren wird sogar noch viel stärker gekürzt - nach dem Motto: Den Letzten beißen die Hunde", kritisierte Broukal.

Der SPÖ-Wissenschaftssprecher forderte auch, dass es mehr Transparenz und Information dem Nationalrat gegenüber in universitären Fragen geben müsse. "Die Ministerin agiert ganz nach der Vorstellung 'Verberge und Herrsche'. Es gibt keine Studien und keine Daten zum Drop-Out. Kein Mensch weiß, wie viele Menschen warum ihr Studium abbrechen", so Broukal. Das UG 2002 habe die Universitäten der parlamentarischen Information entzogen. "Es gibt keine geordneten Informationen, Gehrer sagt, dass geht sie nichts an und die Rektoren können antworten, wenn sie das wollen." Die Steuerzahler würden jährlich zwei Milliarden Euro für die Universitäten ausgeben, das Parlament sei aber völlig ausgeschaltet, so die Kritik Broukals. "Wir wollen, dass dort, wo Steuergelder im Einsatz sind, der Nationalrat auch Informationen erhält", so Broukal abschließend. (Schluss) js

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