Enormes Interesse österreichischer Firmen an Bosnien-Herzegowina

Luck: Bosnien-Herzegowina hat Schritt von Nachkriegswirtschaft zu nachhaltigem Wachstum geschafft - Österreich ist größter Investor

Wien (PWK591) - Die AUSSENWIRTSCHAFT ÖSTERREICH (AWO)
veranstaltete heute (Donnerstag) in Kooperation mit der Rechtsanwaltskanzlei Wolf Theiss ein AWO-Länderforum zu Bosnien-Herzegowina. "Auf Grund des großen Nachholbedarfs und enormen Potentials Bosnien-Herzegowinas bieten sich für österreichische Unternehmen sowohl im privatwirtschaftlichen als auch öffentlichen Bereich vielfältige Möglichkeiten eines Markteinstieges", betonte Gudrun Hager, stv. AWO-Leiterin, in ihrer Eröffnungsrede. Experten aus Bosnien-Herzegowina sowie aus Österreich zeigten bei der Veranstaltung, die von 120 Unternehmen besucht wurde, die Chancen für die österreichische Wirtschaft auf.

"Österreich ist mit einem Investitionsvolumen von rund 1 Milliarde Euro schon jetzt der größte Auslandsinvestor in Bosnien-Herzegowina und in einigen Bereichen unangefochtener Marktführer", berichtet der österreichische Handelsdelegierte in Sarajevo Robert Luck. Die bilateralen Handelsbeziehungen waren in den ersten Monaten des laufenden Jahres von der Einführung der Mehrwertsteuer zu Jahresbeginn 2006 geprägt. Die Vorziehkäufe in den letzten Monaten des Vorjahres resultierten daher in einem relativ drastischen Abfall der österreichischen Warenlieferungen im ersten Halbjahr 2006 um 22% auf 106 Mio. Euro. Im gleichen Zeitraum war bei den bosnisch-herzegowinischen Lieferungen nach Österreich eine Zunahme um 98% auf 80 Mio. Euro zu verzeichnen. Im Laufe dieses Jahres, spätestens aber 2007 wird der österreichische Exportmotor nach Bosnien wieder voll anspringen.

"Die Chancen für österreichische Unternehmen liegen mehr denn je bei der weiteren Sanierung der öffentlichen Infrastruktur des Landes", sagt Luck. Die multilateralen Finanzierungsinstitutionen platzieren ihre Mittel nach Beendigung der ersten infrastrukturellen Sanierungsphase nunmehr verstärkt in die Modernisierung der umwelttechnischen Infrastruktur des Landes. Luck: "Der Nachholbedarf ist weiterhin enorm, so gibt es etwa derzeit landesweit nur eine einzige funktionierende Kläranlage." Weiters stehen die Sanierung des Wasserleitungsnetzes - Wasserverlust in Sarajevo liegt bei 66%! -, der Mülldeponien sowie der Aufbau von Recyclingverbindungen an. Weiter Wachstumssektoren mit Chancen für österreichische Unternehmen sind der Telekommunikationsbereich, der Gesundheitssektor, die Lebensmittelindustrie und die Landwirtschaft.

Der Schwerpunkt der Veranstaltungen der Außenhandelsstelle Sarajevo im Herbst liegt dementsprechend auch in den Bereichen Infrastruktur und Umwelttechnik. Zu diesen Themen findet vom 10.-13. Oktober 2006 ein Austria Show Case statt. Neben der Präsentationsmöglichkeit in Form von Fachvorträgen, werden österreichische Firmenvertreter darüber hinaus auch die Gelegenheit zu Einzelgesprächen mit Geschäftspartnern haben. Am 17. Oktober 2006 können sich österreichische Tiefbauunternehmen Entscheidungsträgern und einem Fachpublikum ebenfalls im Rahmen eines Austria Show Case präsentieren.

Generell entwickelt sich die Wirtschaft Bosnien-Herzegowinas zufrieden stellend. "Bosnien-Herzegowina hat Schritt von Nachkriegswirtschaft zu nachhaltigem Wachstum geschafft", so Luck. Das BIP-Wachstum machte 2005 7,4% aus und das BIP pro Kopf überschritt mit 2.095 Euro erstmals die magische Zweitausender-Schwelle und liegt damit nur noch knapp hinter jenem Rumäniens und Bulgariens. Der industrielle Output legte im ersten Quartal 2006 um 10% zu. Luck: "Nach den zuletzt verfügbaren Daten scheint nunmehr auch die Baukonjunktur, die allgemein als vorauseilender Indikator einer Volkswirtschaft gilt, endgültig anzuspringen." (BS)

In eigener Sache:
Dr. Robert Luck wird die Außenhandelsstelle Sarajewo Mitte Oktober verlassen und in Wien in der AWO neue Aufgaben übernehmen. Seine Nachfolgerin in Sarajewo wird Mag. Astrid Pummer.

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