Die Österreichische Gesellschaft für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin (ÖGBT) fordert Prof Gombotz auf, die Daten der mehrfach zitierten Blutstudie offen zu legen

Graz (OTS) - Die Österreichische Gesellschaft für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin (ÖGBT) fordert Prof Gombotz auf, die Daten der mehrfach zitierten Blutstudie offen zu legen und erwartet sich eine sachliche Diskussion mit allen beteiligten Experten

Starke Zweifel an den Interpretationen der auszugsweise publik gemachten Studie - eine erhöhte Gefährdung von Patienten liegt nicht vor.

Seit geraumer Zeit existiert eine bis heute unveröffentlichte Studie zum Verbrauch von Blutkonserven in Österreich, deren Online -Datenerhebung mit 13.1.2005 abgeschlossen worden ist. Die Österreichische Gesellschaft für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin fordert die Offenlegung der gesamten Daten und der Studie angesichts der Tatsache, dass sie bereits von Prof Gombotz (AKH Linz) in der Öffentlichkeit auszugsweise präsentiert worden sind. Diese verkürzte Darstellung lässt berechtigte Zweifel an der Interpretation aufkommen, zumal die Verbrauchszahlen sich nur auf einige wenige Operationsarten beziehen. Die ÖGBT ist der Ansicht, dass erst nach einer intensiven Diskussion mit Fachexperten verschiedener beteiligter Disziplinen eine seriöse Information der Öffentlichkeit überhaupt möglich und sinnvoll ist.
Des Weiteren wird Prof Gombotz aufgefordert zu seinen Aussagen der Gefährdung von Patienten durch die Bluttransfusion Stellung zu nehmen. Auf jeden Fall besteht kein erhöhtes Risiko weder für Patienten noch für Blutspender.

Die ÖGBT wird eine Konsensuskonferenz in Zusammenarbeit mit den anderen betroffenen Fachgesellschaften organisieren, in der diese Studie von Fachexperten analysiert wird und, daraus abgeleitet, konkrete Maßnahmen formuliert werden sollen.

Die ÖGBT sieht ihre Verantwortung in der wissenschaftlichen Weiterentwicklung und in der fachlichen Beratung in allen Aspekten der Transfusionskette von der Vene (des Spenders) bis zur Vene (des Empfängers). Als einen Schritt zur Verbesserung der fachlichen Beratung und zur Erhöhung der Qualitätssicherung hat die ÖGBT schon mehrfach die Besetzung der Blutdepots durch Fachärzte für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin gefordert, wie es auch in den Erläuterungen zum steirischen Krankenanstalten Landesgesetz formuliert ist.

Rückfragen & Kontakt:

Prof. Thomas Wagner
thomas.wagner@uni-graz.at
Telefon: +43 (316) 385 81604
Fax: +43 (316) 385 3429

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0004