UGöD: "Schluss mit der Vereinnahmung der GöD durch ÖAAB/FCG!"

Scharfe Kritik der Unabhängigen GewerkschafterInnen in der GöD an Neugebauers Drohungen gegenüber ÖGB. UG sehen GöD für ÖVP-Wahlkampf mißbraucht.

Wien (OTS) - Keineswegs auf ungeteilte Zustimmung in der Gewerkschaft öffentlicher Dienst stoßen Neugebauers Drohungen gegenüber dem Gesamt-ÖGB, Beitragszahlungen an den ÖGB einzustellen sowie sich als eigenständiger Verein im ÖGB zu konstituieren, sollte die ÖGB-Reform nicht entsprechend den Wünschen Neugebauers verlaufen.

"ÖAAB-Chef Neugebauer findet sich scheinbar mitten im Wahlkampf auf dem Rücken der Gewerkschaftsbewegung. Ganz auf Linie mit dem ÖAAB geht's in erster Linie um 'ÖGB-Bashing'. Neugebauer spricht sicher nicht für die Gesamt GöD, wenn er Drohungen gegenüber dem ÖGB auspricht," kritisiert Eva Tutschku, stellvertretende Vorsitzende der Unabhängigen GewerkschafterInnen in der GöD den Vorstoß Neugebauers. "Wenn Neugebauer zaghafte Vesuche des ÖGB über eine Mitgliederbefragung die Meinung der ÖGB-Miglieder zur Gewerkschaftsreform abzufragen - wobei die Fragestellungen durchaus zu kritisieren sind - als 'lieb' bezeichnet, kann diese Position nur als ausgesprochen ignorant gegenüber den ÖGB-Mitgliedern bezeichnet werden. Dass es die FCG in der GöD allerdings mit innergewerkschaftlicher Demokratie nicht besonders ernst nimmt, ist nichts Neues." Schließlich ist die UGöD, die bei den letzten Personalvertretungswahlen 9 % der Stimmen erreichte, bis heute nicht anerkannte Fraktion in der GöD. "In jeder anderen Gewerkschaft mit einer entsprechenden demokratischen Kultur wäre das eine Selbstverständlichkeit," so Tutschku weiter.

Der Reformprozess im ÖGB sei derzeit in Teilprojektgruppen im Laufen, über BetriebsrätInnenkonferenzen und Regionalkonferenzen einzelner Gewerkschaften soll auch die Meinung der Gewerkschaftsmitglieder eingeholt werden. "Neugebauer will die Ergebnisse der Reformprozesses bereits vorwegnehmen. Es sind gerade die Machtinteressen der Teilgewerkschaften, die einen umfassenden Reformprozess blockieren. Das GPA-Modell einer einheitlichen Gewerkschaft, strukturiert entlang Branchen, über alle ArbeitnehmerInnengruppen hinweg, ist durchaus diskutierenswert. Neugebauer will aber offensichtlich einen schwachen Gewerkschaftsbund und präferiert ein Konzept sich untereinander konkurrierender Gewerkschaftsblöcke. Das ist eine Schwächung der Gewerkschaftsbewegung - gerade hinsichtlich neuer Herausforderungen wie der Organisation von atypisch Beschäftigten, einer Stärkung der Position von Frauen im ÖGB und einer Öffnung hin zu zivilgesellschaftlichen Organisationen und einer wirkungsvollen Kampagnenplanung." Mit den Unabhängigen in der GöD sei ein Spaltungsversuch der Gewerkschaftsbewegung nicht zu machen. "Neugebauer spricht sicher nicht für uns. Die Vereinnahmung der GöD für machtpolitische Interessen seitens der FCG und des ÖAAB ist schlichtweg unerträglich," schließt Tutschku.

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Unabhängige GewerkschafterInnen in der GöD
Eva Tutschku, Tel: 0664/833 32 19

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