Neues Volksblatt: "Dunstkreis" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 13. September 2006

Linz (OTS) - Glaubt man der Argumentation der SPÖ, dann ist der Banker Wolfgang Flöttl ein Parteigänger der ÖVP. Denn wie sonst könnten dessen Aussagen über Geldflüsse an die SPÖ via Altkanzler Franz Vranitzky eine " wie Klubobmann Josef Cap sagte " "Wahlkampfintrige der ÖVP" sein? Flöttl ferngesteuert von der ÖVP, um der SPÖ zu schaden " das ist reif fürs Kabarett.
Weniger zum Lachen ist die Optik in dieser Causa. Selbstverständlich ist bis zum allfälligen Beweis des Gegenteils Vranitzky zu glauben, dass das Geld für seine Beratertätigkeit bestimmt war, und nicht für die SPÖ. Und ebenso ist bis zu einem allfälligen Beweis des Gegenteils der SPÖ zu glauben, aus dem BAWAG-Umfeld kein Geld erhalten zu haben.
Fragen könnte man sich aber, warum ausgerechnet ein roter Kanzlerpensionist von einem Partner der roten Arbeiterbank ein nicht unbeträchtliches Honorar in der Höhe von einer Million Schilling bezieht? Weil, so die Antwort, das rote Netzwerk eben funktioniert. Und das ist das wirklich Schmerzhafte für die SPÖ: Einmal mehr wurde offensichtlich, dass sie die ÖGB-BAWAG-Affäre aus ihrem Dunstkreis nicht weg bekommt.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001