Morak: Brucknerfest prägt das Image einer ganzen Region - breiter Kulturbegriff mit Crossover von drei Zeitebenen

Brucknerfest 2006 in Linz eröffnet

Wien (OTS) - "Der breite und zugleich tiefgehende Kulturbegriff,
der der Philosophie des Brucknerfestes zu Grunde liegt, hat eine ungeheure Ausstrahlung entwickelt und mitgeholfen das Image der ganzen Region zu prägen. Dieses Phänomen wird häufig unterschätzt:
Festspiele auch wenn sie nur punktuelle Ereignisse sind, verändern die Orte an denen sie stattfinden, sie geben ihnen ein kulturelles Gesicht", so Kunststaatssekretär Franz Morak, heute Sonntag, anlässlich der Eröffnung des Brucknerfestes 2006.

"Das heutige Eröffnungskonzert, die Aufführung von Igor Strawinskys "Frühlingsopfer", das in Kooperation mit dem Ars Electronica Future Lab visualisiert wird, ist ein schöner Beweis dafür, dass man in einem Crossover drei Zeitebenen integrieren kann - Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Genau das ist auch die spezielle Identität des Brucknerfestes: die selbstverständliche Kompetenz, mit der es sich elegant in verschiedenen Zeitebenen bewegt", so der Staatssekretär.

Vor der Frage, warum überhaupt Festspiele veranstaltet werden, brauche sich das Brucknerfest keinesfalls zu scheuen, betonte Morak. Die Weichenstellungen, die das Brucknerfest Ende der 70iger Jahre genommen hat, "haben ihm bis heute ein haltbares, unverwechselbares Profil gegeben", in dem das Brucknerfest mit der Ars Electronica verwoben und die Klangwolke ins Leben gerufen wurde.

Solche Fusions seien uns heute wohlvertraut, aber man müsse das Selbstverständliche auch in den historischen Kontext der Entstehungszeit stellen, unterstrich Morak. Er betonte, dass zu dieser Zeit eine derartige Konzeption noch eine "kühne Idee" war. Morak erinnerte in dem Zusammenhang abschließend daran, dass Anton Zeilinger in seiner Festrede 2005 auf eines der berührendsten Zitate von Anton Bruckner Bezug nahm. Bruckner habe sich jenen Moment vorgestellt, in dem er vor seinen Schöpfer tritt und gefragt würde, was er denn auf der Welt gemacht habe. Da meinte Bruckner, er würde die Partitur seines Te Deum vorzeigen und nur sagen: "Des han i fia di gschrieben". Wenn man also die Entwicklung des Brucknerfestes revue passieren lasse, dann sei ihm für die Verantwortlichen des Festivals nicht bange, da sie - in Anlehnung an das Zitat von Bruckner - zumindest vor ihr Publikum treten und sagen können: "Wir haben für dich festgespielt", so der Staatssekretär abschließend.

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