Neue KÄRNTNER TAGESZEITUNG - Kommentar: 9/11: Von einer auf 18 (von Manfred Posch)

Ausgabe 10.09.2006

Klagenfurt (OTS) - Die heutige KTZ-Ausgabe widmet sich - siehe Seiten 31 bis 35 - der Rückschau auf ein Geschehnis, das wie kein anderes der vergangenen Jahrzehnte in die Kollektiverinnerung der Menschen aller Herren Länder eingegangen ist. Die Schicksalstage von New York und Washington, im englischsprachigen Raum mit der Wortkombination Nine-Eleven versehen, haben die Welt und damit uns alle verändert.

Und wie es nach welterschütternden Ereignissen so ist: Die meisten Menschen erinnern sich, wo sie an dem betreffenden Tag gewesen sind, was sie gemacht haben. Der Verfasser "erlebte" das Inferno, Ground Zero, Angriff auf das Pentagon etc. in der Redaktion. Erster Hinweis auf Ungeheures: World Trade Center in New York von zwei Flugzeugen gerammt, meldete unter der Datumszeile: 2001-09-11/15:14 Uhr die Austria Presse Agentur.

Unaufgeregte Routine - vorerst. In der Nachmittags-Redaktionskonferenz wurde besagter Meldung vorsichtshalber eine ganze Seite reserviert. Von einem Terrorangriff war zu diesem Zeitpunkt noch nicht die Rede. Aus einer Seite wurden zwei, aus zwei bald vier. Am Ende dieses langen Tages und Abends war das KTZ-Produktionsteam bei 18 Seiten angelangt. Die Schlagzeilen zum Bild des brennenden New Yorker World Trade Centers lauteten wie folgt: Nationale Tragödie. Die Welt zittert. Ins Herz getroffen.

Selbstlob stellt keine journalistische Kategorie dar. Trotzdem sei darauf verwiesen, dass Redakteure, Technik und Layouter an diesem Tag, in dieser Nacht einmal mehr weit über ihre Möglichkeiten und "natürlichen Barrieren" (Redaktionsschluss) hinauswuchsen. Die Leser wurden modernster Informationsaufarbeitung gemäß informiert. Auszug aus dem Leitartikel vom 12. September: Diese schier unglaubliche, jeden historischen Vergleich sprengende, an billigen Science-Fiction-Horror erinnernde Verbrechensserie ordnet der Weltgeschichte einen unauslöschlichen Markierungspunkt zu.

Inzwischen sind fünf Jahre vergangen. Amerika, das angetreten ist, die Welt vom Terrorismus zu befreien (Kriegsherr Bush: "Ich will sie tot oder lebendig!") bleibt Weltmacht, doch ist 9/11 keineswegs das Ende des Terrorismus gewesen, sondern leider nur ein Höhepunkt in der unbarmherzig um sich greifenden Entstabilisierung vieler bislang als gesichert geltender Systeme.

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