Kräuter kritisiert "völlig verwahrloste ÖBB-Kontrolle"

Gorbach verweist in Causa Huber auf Reithofer, dieser erklärt Huber "sakrosankt"

Wien (SK) - SPÖ-Rechnungshofsprecher Günther Kräuter reagiert mit heller Empörung auf ein heute im FORMAT erschienenes Interview mit ÖBB-Aufsichtsratschef Wolfgang Reithofer zu den Malversationen von Vorstand Martin Huber. Kräuter: "Die Feststellung, dass die Gattin Hubers den ÖBB durch die rein private Benützung der Vorstands-Dienstkarosse Kosten erspart hätte, weil sonst der Chauffeur hätte fahren müssen, ist skandalös und eines Aufsichtsratsvorsitzenden unwürdig. Damit öffnet Reithofer als oberster Kontrollor der ÖBB Tür und Tor für weitere beliebige private Nutzung von ÖBB-Eigentum für die Vorstandsetage, angesichts des Kreditkartenskandals ein geradezu unglaublicher Vorgang." ****

Kräuter hatte in einer parlamentarischen Anfrage (4562/J XXII.GP) aufgezeigt, dass Huber nach dem Besuch des WM-Halbfinales in Deutschland durch seinen Chauffeur seine Gattin privat nach München bringen ließ, anschließend wurde der Fahrer per Bahn zurückgeschickt. Hubers Gattin war mit dem ÖBB-Dienst-Audi A8 dann zu einem Golfturnier nach Linz weitergefahren. Kräuter: "Dieser Missbrauch von öffentlichem Eigentum wird vom Aufsichtsratsvorsitzenden Reithofer nun in einem Interview als Kostenersparnis bezeichnet, ein Skandal."

Minister Hubert Gorbach hatte Anfragesteller Kräuter lapidar in der Anfragebeantwortung zu dem Missbrauch öffentlichen Eigentums (4487/AB XXII. GB, eingelangt am 4.9.2006) mitgeteilt, "dass ich ihre Anfrage zum Anlass genommen habe, den Vorsitzenden des Aufsichtsrates der ÖBB-Holding AG, Dr. Wolfgang Reithofer zu informieren. Ich darf daher auch Sie ersuchen, in diesen Fragen mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates direkt Kontakt aufzunehmen."

Kräuter: "Der Minister verweist in der Causa Huber auf Reithofer, dieser erklärt Huber in einem Zeitungsinterview für sakrosankt. Die ÖBB sind durch diese politische Führung und die völlig verwahrloste Kontrolle zu einem Privilegienstadl verkommen." (Schluss) sk/mp

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