Niederwieser: SPÖ für Bildungssystem, das faire Chancen gibt

Bundesregierung hat keine zukunftsweisenden Maßnahmen im Bereich Schule gesetzt

Wien (SK) - "Wir wollen ein Bildungssystem, das gerechte Chancen gibt", so SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser am Donnerstag im Rahmen eines Streitgespräches zum Thema Bildungspolitik mit den Bildungssprechern der anderen im Parlament vertretenen Parteien. Weitere Ziele einer sozialdemokratischen Bildungspolitik seien ein Schulsystem, dass nicht einen beträchtlichen Teil der Schüler auf dem Weg zum Abschluss verliere, das positiv zu lebenslangem Lernen motiviere und auch über demokratische Strukturen verfüge, betonte der SPÖ-Abgeordnete. "Die Bundesregierung hat in den letzten Jahren Stunden gekürzt, Lehrerposten gestrichen und Ausgaben gekürzt. Da ist es kein Wunder, wenn die Leistungen sinken", kritisierte Niederwieser. ****

Um die Ziele der SPÖ zu erreichen, brauche es einige Reformen im Bildungssystem. Ein Kernpunkt dabei sei der Ausbau der Frühförderung. So müsse die Ausbildung der KindergartenpädagogInnen in Zukunft an den Hochschulen erfolgen und auch ein verpflichtendes Vorschuljahr sei notwenig. Auch die Sprachförderung in den ersten Bildungsjahren müsse verbessert werden. Dabei orientiere sich die SPÖ an Studien von Sprachwissenschaftern die aussagen würden, um eine Sprache gut zu lernen, müsse ein Grundgerüst in der Muttersprache geschaffen werden. Um dies zu ermöglichen, seien native speaker im Kindergartenpersonal notwendig. "Wenn man es den Kindern nicht ermöglicht, beide Sprachen zu lernen, werden Chancen vergeben", betonte Niederwieser. Zweisprachige Personen könnten ein wichtiger Faktor für den Wirtschaftsstandort Österreich sein, so Niederwieser.

Niederwieser sprach sich auch für ein Gesamtschulmodell aus. Man sollte es den Kindern nicht zumuten, dass bereits mit 10 Jahren eine Weichenstellung für den weiteren Lebensweg erfolge, dies sei mit 14 oder 15 Jahren ausreichend. Für die Sekundarstufe Zwei sei eine stärker Modularisierung nötig. "Es muss Möglichkeiten geben, den Oberstufenlehrplan individuell zu gestalten", betonte Niederwieser. Für den SPÖ-Bildungssprecher sei auch eine Zentralmatura vorstellbar, doch zuerst müssten in den österreichischen Schulen einheitliche Qualitätsstandards eingeführt werden.

Auch in der Lehrlingsausbildung müssten neue Wege beschritten werden. Die Berufsschule könnte auch für jene Jugendliche geöffnet werden, die keine Lehrstelle gefunden hätten. Ebenfalls Reformen seien in der Erwachsenenbildung nötig, konstatierte Niederwieser. So sei das Modell des Bildungssparens ausbaufähig.

Von ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon mit dem Vorwurf konfrontiert, die von der SPÖ geforderte Sondersitzung zum Thema Bildung verunsichere Schüler und Lehrer antwortete Niederwieser: "Am Dienstag geht es nicht um Schüler oder Lehrer, sondern um die Innenpolitik der Regierung." Ingesamt habe er den Eindruck, die Regierungsparteien hätten sich erst von dem Schock erholen müssen, dass in der Schulpolitik die Zwei-Drittel-Mehrheit gefallen sei. Im letzten Jahr seien nur kleine Schulpakete beschlossen worden, die Maßnahmen wie die Abschaffung des Halbjahreszeugnisses in der Maturaklasse enthalten hätten. Zukunftsweisende Reformen seien nicht durchgeführt worden. (Schluss) sw

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