Ärztekammer empört über Vorwürfe gegen Chefärzte

Einstimmiger Kurienbeschluss für Vorgehen gegen Anschuldigungen - Dorner: "Das ist Diffamierung einer ganzen Berufsgruppe!"

Wien (OTS) - Die Kurie Angestellte Ärzte der Ärztekammer für Wien hat gestern, Mittwoch, Abend einstimmig beschlossen, massiv gegen die in den vergangenen Tagen geübte Kritik des Rechnungshofes an den Chefärzten vorzugehen. "Die geäußerten Vorwürfe betreffen lediglich Einzelfälle. Das ist eine Diffamierung einer ganzen Berufsgruppe!", ergreift der Wiener Ärztekammerpräsident Walter Dorner Partei für die Chefärztinnen und -ärzte. "Einzelne Probleme" gebe es überall, deshalb könne man aber nicht alle Mitglieder dieser Berufsgruppe verunglimpfen, so Dorner.

Die Vorwürfe der letzten Tage hätten in der Öffentlichkeit das Bild des Chefarztes als das "eines faulen Mediziners" gezeichnet. Dass dies "sicherlich nicht generalisierend auf alle Chefärzte" übertragen werden dürfe, beweise allein das breit gefächerte Aufgabengebiet, das täglich hohe Konzentration und Aufmerksamkeit von den Chefärzten verlange. So müssten neben der persönlichen Beratung der Patienten in Pensionsfragen Krankenstandskontrollen, MRT-CT-Zuweisungen, Zuweisungen zur Ergotherapie oder zur Physiotherapie erledigt werden. Hinzu kämen noch Entscheidungen über ein enormes Budget von Medikamenten und Operationen.

Auch der Vorwurf der "großzügigen Verteilung der Arbeitszeitregelung" bei den Chefärzten sei mit Vorsicht aufzunehmen. Die Kontrollärzte, so die eigentliche Berufsbezeichnung für die "Chefärzte", hätten großteils zwar eine 32- bis 36-Stundenwoche, "dies aber mit Faulheit zu assoziieren, ist absolut unverfroren". Die Ärztinnen und Ärzte würden täglich mehr als 60 Patienten sehen. "Der Rechnungshof stellt offenbar bei Ärzten ein anderes Anforderungsprofil an die Arbeitszeit als bei der Normalbevölkerung", so Dorner.

Auch die Vizepräsidentin und Vorsitzende der Kurie Angestellte Ärzte, Gabriele Kogelbauer, springt den Chefärzten zur Seite: "Die derzeit stattfindende Hetzkampagne gegen diese Berufsgruppe ist absolut unakzeptabel." Der Großteil der Kontrollärzte würde hervorragende Arbeit leisten, "diese Tatsache geht derzeit aber im großen Wahlkampfgeschrei der Politiker unter". (kp)

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