Eine "Hauslinie" kann und darf Journalismus nicht verhindern

Der ORF-Redakteursrat zu absurden ORF-Versuchen ORF-Berichterstattung über Kampusch-Interviews zu verhindern

Wien (OTS) - Die ORF-Geschäftsführung verlangte Mittwoch nachmittags von den ORF-Journalisten allen Ernstes über die ersten Print-Interviews Natascha Kampuschs nicht vor 20’15 Uhr zu berichten, also rund vier Stunden lang öffentlich zugängliche, wahrlich weltweit mit Spannung erwartete Aussagen zu ignorieren. Begründet wurde das mit einer "ausgegebenen Hauslinie".

Die ORF-Journalisten haben ihre gesetzlich garantierte Eigenverantwortlichkeit und Unabhängigkeit trotzdem weitgehend zu wahren gewusst. Den absurden Versuch journalistisches Handeln zu verhindern macht das aber nicht ungeschehen. Und darüber wird noch ausführlich zu diskutieren sein. Jedenfalls werden sich die ORF-Journalisten auch weiterhin von niemandem - auch nicht von der eigenen Geschäftsführung - daran hindern lassen ihren Beruf nach professionellen und ethischen Kriterien, nach den Regeln des Gesetzes, des Redakteursstatuts und der Programmrichtlinien und nach keinerlei anderen Vorgaben auszuüben.

Der ORF-Redakteursrat
Danielle Spera Markus Sint Fritz Wendl

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