Seeber: EU aktiv gegen Depressionen am Arbeitsplatz

Psychische Erkrankungen nehmen europaweit besorgniserregend zu

Straßburg, 7. September 2006 (ÖVP-PD) "Die Zahl psychischer Erkrankungen steigt in ganz Europa jedes Jahr besorgniserregend an. Depressionen und Angststörungen sind mittlerweile zu einer der häufigsten arbeitsplatzbezogener Krankheiten geworden. Das Europäische Parlament fordert daher die Europäische Kommission zur Setzung von Maßnahmen auf, mit denen vor allem die immer noch bestehende Tabuisierung dieses Themas gebrochen werden soll", sagte heute, Donnerstag, der Gesundheitssprecher der ÖVP-Delegation, Dr. Richard Seeber, in Straßburg. ****

Während laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch vor mehr als 10 Jahren Lungenentzündung, Durchfallerkrankungen und Kindstod die drei größten Leiden der Menschheit waren, so werden es laut den statistischen Berechnungen der WHO im Jahr 2020 Herzinfarkt, Depression, Angststörungen und Verkehrsunfälle sein. "Die Zahl der psychisch bedingten Fehlzeiten am Arbeitsplatz steigt besorgniserregend an. 10 Prozent aller Ausfallstage in der europäischen Wirtschaft gehen mittlerweile auf das Konto seelischer Belastungen. Allein die damit verbundenen Produktivitätseinbußen bewegen sich im Milliardenbereich", so Seeber. Wissenschaftliche Studien beziffern die so entstehenden Ausfälle in den 15 alten EU-Mitgliedstaaten auf rund 265 Milliarden Euro. "Das sind 3 bis
4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes der EU und damit auch aus wirtschaftlicher Sicht mehr als genug Grund zum Handeln", ist
Seeber überzeugt.

Der Tiroler ÖVP-Europaparlamentarier betonte in seiner Plenarrede, dass Europa sich dringend der Frage stellen müsse, was gemeinsam unternommen werden könne, ohne dabei jedoch die Kompetenzen der Mitgliedsstaaten zu beschneiden. "Es geht darum,
den europäischen Mehrwert durch gezielte Aktionen zu stärken. Best-Practice-Modelle, ein erweitertes Zahlen- und Datenmaterial sowie verstärkte Anstrengungen im Forschungsbereich sind denkbar. Vor allem aber müssen wir die Bedürfnisse der betroffenen Menschen im Blick behalten, zu deren Hilfe und Unterstützung auch die Europäische Union beitragen kann", sagte Seeber abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

MEP Dr. Richard Seeber, Tel.: 0033-3-8817-5468
(richard.seeber@europarl.europa.eu) oder Mag. Andrea Strasser, EVP-
ED Pressestelle, Tel.: 0032-473-311175
(andrea.strasser@europarl.europa.eu)

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVP0003