FORMAT: Wirtschaftspolizei versorgte Helmut Elsner mit geheimen Polizeiberichten

Reisegutscheine als Gegengeschäft

Wien (OTS) - Helmut Elsner wurde in seiner Zeit als
Generaldirektor der Bank für Arbeit und Wirtschaft (Bawag) von der Wirtschaftspolizei mit streng vertraulichen Informationen über Geschäftspartner versorgt. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin FORMAT in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe.

Vor der Freigabe der 680 Millionen Dollar schweren Übernahmefinanzierung für den von Elsner und dem Unternehmer Martin Schlaff geplanten Takeover der bulgarischen Mobiltel verlangten die Bawag-Aufsichtsräte im November 2001 ein Gutachten über die Qualität der damaligen Mobiltel-Eigentümer: Nämlich dem usbekischen Diamantenhändler Lev Leviev und dem russischen Unternehmer Michael Chernoy.

Die Unbedenklichkeit des Geschäftemachens mit Leviev und Chernoy bekam Elsner aber nicht von einer internationalen Privatdetektei attestiert, sondern von der heimischen Exekutive. Das geht aus dem FORMAT exklusiv vorliegenden "Protokoll Nr. 265 der Aufsichtsratssitzung der Bawag" hervor: "Wie im Aufsichtsratsantrag vom 6. Dezember 2001 als erforderlich angeführt, liegt uns eine Bestätigung über die Unbedenklichkeit durch die zuständige österreichische Behörde - Wirtschaftspolizei - vor."

Bevor die Wipo-Bestätigung in der Bawag landete, arrangierte Elsner laut FORMAT im Dezember 2001 Gratis-Ruefa-Reisegutscheine für den damaligen Chef der Wirtschaftspolizei Roland Horngacher. Insgesamt beglückte Helmut Elsner seinen Kontaktmann in den Jahren 2000 bis 2004 mit Reisekupons im Gesamtwert von rund 7.000 Euro.

Die neue Informationslage erhärtet laut FORMAT den von der Justiz über längere Zeit gehegten Verdacht, dass Horngacher - für ihn gilt die Unschuldsvermutung - gegen den Paragrafen 304 des Strafgesetzbuches ("Geschenkannahme durch Beamte") verstossen hat. Bei einer Verurteilung droht ihm eine Gefängnisstrafe von maximal fünf Jahren

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