Karpfinger: Biospritwerk eröffnet neues Geschäftsfeld für Rübenbauern

Wachstumsfeld nicht anderen überlassen - Rechtsrahmen Voraussetzung für Investition

Pischelsdorf/Wien (AIZ) - "Mit der Errichtung des
Bioethanol-Werkes in Pischelsdorf eröffnet sich für die österreichischen Landwirte das Geschäftsfeld Biosprit. Für 'Die Rübenbauern' ist es eine strategische Entscheidung für die Zukunft, dass wir uns mit 25,1% an der EUR 120 Mio. schweren, größten Investition im Verarbeitungssektor von Agrarprodukten seit Österreichs EU-Beitritt beteiligt haben: Wir wollen diesen Wachstumssektor nicht anderen überlassen und den Landwirten Mitsprache sichern. Für uns Rübenbauern ist es weiters enorm wichtig, mit dem Einstieg in die Bioethanolproduktion eine wirtschaftlich sinnvolle Verwertungsschiene für Zuckerrübenüberschüsse unter den neuen Rahmenbedingungen der EU-Zuckerreform und der WTO-Exportverbote gefunden zu haben. Das stärkt und sichert den Zuckerrübenstandort Österreich." Dies sagte heute laut einer Aussendung der Präsident des Verbandes "Die Rübenbauern", Ernst Karpfinger, bei der Grundsteinlegung für das gemeinsam mit dem Zuckerkonzern AGRANA betriebene Bioethanol-Werk in Pischeldsdorf an der Donau (NÖ).

Jährlich können in Pischelsdorf bis zu 50.000 t Rübendicksaft zu Biosprit verarbeitet werden, dies entspricht insgesamt 200.000 t Rüben. Darüber hinaus werden künftig jährlich beinahe 500.000 t Weizen zur Herstellung von rund 200.000 m3 Bioethanol benötigt. Diese Weizenmenge entspricht etwa dem österreichischen Getreideexport und trägt wesentlich zur Stabilisierung des österreichischen Getreidemarktes bei. Der Biosprit soll dem Bedarf der heimischen Mineralölindustrie zur Erfüllung der 2004 vom Parlament verabschiedeten Beimischverpflichtung von Biokraftstoffen zu mineralischen Treibstoffen dienen. Das Bioethanol-Werk in Pischelsdorf wird im Herbst 2007 in Betrieb gehen.

Gesetzliche Rahmenbedingungen Voraussetzung für Investitionsbereitschaft

Bekanntlich hat die Bundesregierung im Herbst 2004 beschlossen, die EU-Biokraftstoff-Richtlinie, die für 2005 eine Beimischung von 2% und für 2010 eine von 5,75% Biokraftstoffen vorsieht, bereits früher und ambitionierter umzusetzen als von der EU vorgeschrieben. So schreibt Österreich bereits seit dem Oktober 2005 eine Beimischung von 2,5% und ab 2008 eine von 5,75% im Rahmen der Kraftstoff-Verordnung vor. Um den Lenkern den Umstieg auf den umweltfreundlicheren Treibstoff leichter zu machen, wird dieser steuerlich begünstigt. Die Mineralölsteuer wird bei "sauberem" Diesel um 0,5 Cent pro Liter auf 29,7 Cent und bei Benzin auf 41,2 Cent pro Liter gesenkt. Im Gegenzug steigt der Steuersatz bei nicht mit Biotreibstoff vermengtem Diesel um 0,8 Cent pro Liter und bei Benzin um 1,3 Cent pro Liter an. Wird der biogene Kraftstoff in der reinen Form verwendet, bleibt er weiterhin von der Mineralölsteuer befreit. Ergänzt wurde dieser Beschluss durch eine geplante steuerliche Förderung von Partikel-Filter in Diesel-Pkw zur weiteren Reduktion von Rußpartikeln.

"Erst diese von der Bundesregierung geschaffenen Rahmenbedingungen erlaubten uns, Geld für die Erschließung dieses neuen Geschäftsfeldes in die Hand zu nehmen", erinnerte Karpfinger an die Kooperation von Landwirtschafts- und Finanzressort. "Damit können wir die Verantwortung wahrnehmen, im Sinne der Bauern mit Weitblick diese Investition zu tätigen." Das Zustandekommen der gesetzlichen Rahmenbedingungen sei auch maßgeblich dem Werben des früheren Rübenbauern-Präsidenten Hermann Schultes im Parlament für diese Forderung der Landwirte zu verdanken. "Mit Schultes haben 'Die Rübenbauern' einen der ihren im Parlament, der den Interessen seiner Berufskollegen Gehör verschafft", so Karpfinger abschließend. (Schluss)

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