Biovertis beginnt klinische Studien mit neuartigem Antibiotikum

Wien (ots) - Biovertis AG gibt heute bekannt, dass das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Erlaubnis zum Beginn von klinischen Phase I Studien mit Oxaquin, einem neuartigen Antibiotikum, erteilt hat. Biovertis wird noch in diesem Monat mit den ersten Studien beginnen, um die Sicherheit, Verträglichkeit und Pharmakokinetik von ansteigenden Einzeldosen von Oxaquin zu untersuchen. Die Studie wird 24 gesunde Probanden umfassen und wird in Deutschland durchgeführt.

Oxaquin begründet eine neue, von Biovertis entwickelte Klasse von Antibiotika, die die therapeutisch aktiven Teile von zwei verschiedenen Antibiotika-Klassen - Chinolone und Oxazolidinone - in einem Molekül vereinigen. Präklinische Daten zeigen, dass Oxaquin hoch aktiv gegen ein breites Spektrum von Bakterien ist, darunter auch multiresistente Stämme. Darüber hinaus zeigt es keine Kreuzresistenz gegen bekannte Antibiotika-Klassen und nur ein sehr geringes Potenzial, Resistenzen auszulösen.

"Während des letzten Jahrzehnts haben resistente Bakterien in alarmierendem Ausmaß zugenommen, eine Entwicklung, die auf der ganzen Welt zu einem dringenden Bedarf an neuen Antibiotika geführt hat. Mit einem völlig neuen Wirkmechanismus ist Oxaquin sehr gut geeignet, diesem Bedarf zu entsprechen und neue Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit Infektionskrankheiten zu eröffnen, die mit den heute zur Verfügung stehenden Antibiotika nicht mehr ausreichend behandelt werden können," sagt Thomas Gramatté, Vice President Medical Affairs und Clinical Development von Biovertis.

Oxaquin hat großes Potenzial für die Bekämpfung von schweren, gram-positiven Hospitalinfektionen, wie z. B. Lungenentzündungen, komplizierte Infektionen von Haut und Weichteilen, Katheter-assozierte Bakteriämien und Sepsis, einer besonders schweren Infektion mit einer Mortalitätsrate von etwa 40%.

"Mit einem kleinen, engagierten Team von Experten ist es gelungen, diesen viel versprechenden Wirkstoff von Grund auf zu entwickeln und ihn bis zur klinischen Erprobung zu bringen. Der rasche Fortschritt, den Biovertis seit der Übernahme von Morphochem Ende letzten Jahres gemacht hat, zeigt, dass beide Teams es geschafft haben, ihre jeweilige Expertise und Erfahrung bei der Forschung und Entwicklung von Medikamenten und im Management erfolgreich miteinander zu verbinden," sagt Alexander von Gabain, Vorsitzender des Aufsichtsrats von Biovertis.

Über Antibiotikaresistenz

Am dramatischen Anstieg der so genannten Hospitalinfektionen (medizinisch: nosokomiale Infektionen) durch Bakterien, die gegen verfügbare Antibiotika resistent sind, sind mehrere Faktoren beteiligt: Eine steigende Zahl von Patienten mit geschwächtem Immunsystem, der häufige Einsatz von Antibiotika und die Übertragung resistenter Erreger von einem Patienten auf den anderen. Im letzten Jahrzehnt haben sich resistente Krankheitserreger dramatisch ausgebreitet. Gleichzeitig ist die Zahl neuer Antibiotika-Kandidaten in Forschung und Entwicklung stark zurückgegangen. Daher sind Infektionskrankheiten zunehmend schwieriger oder gar nicht mehr zu behandeln. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO werden in den Industrieländern bereits 60% aller Hospitalinfektionen von antibiotikaresistenten Keimen verursacht. In letzter Zeit haben sich Vanomycin-resistente Enterokokken (VRE) und der Methicillin-resistente Staphylokokkus aureus (MRSA) verbreitet. Diese Infektionen breiten sich inzwischen auch schon zunehmend außerhalb von Krankenhäusern aus. Die finanzielle Belastung des Gesundheitssystems durch bakterielle Infektionen in den Industrienationen wird derzeit auf rund 20 Milliarden $ jährlich geschätzt - mit steigender Tendenz, da ein Rückgang von Infektionskrankheiten und resistenten Erregern nicht in Sicht ist.

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Über Biovertis AG
Biovertis, ein nicht börsennotiertes Biotechnologie-Unternehmen, erforscht und entwickelt neue Antibiotika, um resistente Krankheitserreger wirksam zu bekämpfen. Seit seiner Gründung im Jahr 2003 hat sich Biovertis zu einem vollständig integrierten biopharmazeutischen Unternehmen mit einer fortgeschrittenen Pipeline und spezifischer Expertise in der Erforschung und Entwicklung neuer Antibiotika entwickelt. Das Unternehmen hat einen äußerst effizienten Prozess zur Entdeckung neuer Wirkstoffe etabliert, der gezielt strukturbiologische Informationen nutzt. Biovertis arbeitet an mehreren Antibiotika, die alle neuartige Wirkmechanismen aufweisen und deshalb beste Aussichten haben, der wachsenden Gefahr durch resistente Keime zu begegnen.
Biovertis hat bislang EUR21 Millionen an Eigenkapital von institutionellen Investoren und durch atypische stille Beteiligungen der österreichischen Kapital und Wert eingeworben. Hauptsitz des Unternehmens ist Wien, eine Niederlassung befindet sich in München. Zurzeit hat Biovertis 35 Mitarbeiter. Mehr Informationen finden sich auf: www.biovertis.com

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