Leitl: "Sozialpartner müssen mehr als andere Antennen in der Zukunft haben"

WKÖ-Präsident betont Mut für Veränderungen und Idee einer gleichberechtigten Partnerschaft - Wir müssen Optimismus vermitteln und manchmal auch heilige Kühe schlachten

Wien (PWK578) - "Wenn wir heute den 60. Geburtstag der österreichischen Sozialpartnerschaft feiern, dann können wir dies mit einem dankbaren Rückblick tun. Trotz aller Selbstkritik können wir sagen, dass die vergangenen 60 Jahre eine positive Zeit für unser Land waren." Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, betonte am Mittwoch-Nachmittag anlässlich des Bad Ischler Dialogs beim Festakt "60 Jahre Sozialpartnerschaft", dass es den Sozialpartnern in dieser Zeit gelungen sei, eine ganze Reihe erfolgreicher Instrumente zum Vorteil unseres Landes zu entwickeln. Mit ihren Bildungseinrichtungen würden sich die Sozialpartner um Qualifikation und lebenslanges Lernen bemühen. Sie seien eingeschaltet in Betriebsgründungen, in den Konsumentenschutz, in die Unterstützung des Exports durch ein starkes Außenhandelsnetz. Im ländlichen Raum gebe es für sie von der Energie- bis zur Nahversorgung ebenfalls viel zu tun. Und nicht zuletzt seien sie direkt in die Selbstverwaltung der Arbeitsmarktpolitik ebenso eingebunden wie in Krankenkassen und Pensionsversicherungen. Leitl:
"Wir sind mehr als sektorale Interessenvertreter. Unsere Aufgabe ist es, mit einer besonders qualitativen Expertise, mit praktischem Wissen ein zuverlässiger Ansprechpartner zu sein. Was immer wir einer Regierung vorgeschlagen haben, sie ist damit gut gefahren", verwies Leitl auf den Erfolg der Abfertigung Neu und auf die Neuregelung der Zumutbarkeitsbestimmungen.

Deutlich hob der WKÖ-Präsident die Aufgabe der Sozialpartner hervor, frühzeitig mutige Problemlösungen anzubieten und anzugehen. "Wir müssen als Sozialpartner mehr als andere unsere Antennen in der Zukunft haben. Und wir brauchen Offenheit gegenüber den Veränderungen in der Welt - auf der Basis unseres gegenseitigen Vertrauens und unserer Verlässlichkeit. Es gilt unverändert unser Prinzip: Ein Handschlag muss halten." Deshalb sei es auch ein zugegebenerweise ambitioniertes Hauptziel, in den kommenden zehn Jahren wieder die Vollbeschäftigung in Österreich zu erlangen. Durch qualitatives und nachhaltiges Wachstum, durch die Kreativität und Qualifikation der Österreicher, durch leistungsfähige Wirtschafts- und damit Sozialleistungsstandards. "Ein solches Ziel erfordert aber auch von uns allen den Mut, alte Gewohnheiten in Frage zu stellen. Manchmal müssen wir hier auch heilige Kühe schlachten", so Leitl.

Als weiteres wichtiges Prinzip in der Sozialpartnerschaft nannte Leitl die Idee der gleichberechtigten Partnerschaft: "Partnerschaft heißt nicht, jemanden zu majorisieren." Und nicht zuletzt sei es wichtig, Optimismus statt Pessimismus zu vermitteln: "Wir müssen den Menschen die Ängste vor der Zukunft nehmen, wir müssen sie begleiten, Unterstützung geben - und damit geben wir ihnen Mut und Optimismus." Das wertvollste Kapital der Sozialpartnerschaft sei, dass 75 Prozent der österreichischen Bevölkerung ihr vertrauen, sie sympathisch finden. Leitl: "Ausgestattet mit diesem Vertrauen müssen wir in einer starken Partnerschaft den Menschen das Gefühl geben, dass sie uns auf ihrer Seite haben, dass wir uns sachlich und fair mit der Lösung von Problemen im Interesse aller auseinandersetzen. Dabei stehen auf der einen Seite Leistung und Wettbewerb und auf der anderen Seite soziale Stabilität und Sicherheit, die wir miteinander verbinden." (RH)

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