Heinisch-Hosek zu Pflege: Neue Armutsfalle für Frauen tut sich auf

Wien (SK) - Bezüglich des Pflegebereichs spricht SPÖ-Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin Gabriele Heinisch-Hosek am Mittwoch in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures von "der neuen Armutsfalle Pflege, die sich neben Arbeitslosigkeit, Krankheit und zu geringer Bildung auftut - und davon sind Frauen besonders betroffen". Denn Frauen sind überproportional sowohl als Pflegebedürftige als auch als pflegende Angehörige sowie als ausländische Pflegerinnen betroffen. "Diejenigen, um die es geht, sind für die Regierung kein Thema, über sie wird nicht gesprochen", kritisierte Heinisch-Hosek. ****

Die SPÖ-Frauensprecherin verwies darauf, dass es in Österreich rund 450.000 pflege- und hilfsbedürftige Personen gibt. "Davon sind zwei Drittel Frauen und laut Statistik Austria dürfte sich diese Zahl bis 2050 verdoppeln - das heißt, die Herausforderung wird größer", betonte Heinisch-Hosek. "Jetzt beginnt sich die Spirale zu drehen:
Durch das höhere Lebensalter der Menschen erhöht sich auch die Pflegewahrscheinlichkeit, daher sind Frauen überproportional von diesem Pflegerisiko - das heute auch schon ein Armutsrisiko ist -betroffen", zeigt Heinisch-Hosek auf. Ein Grund dafür ist in den niedrigen Frauenpensionen zu sehen, die durchschnittliche Frauenpension liegt lediglich bei 56 Prozent der Männerpension. 300.000 Frauen haben gar keine oder nur eine sehr niedrige Pension.

Tatsache sei weiters, dass zu einem überwältigenden Großteil Frauen ihre Angehörigen selbst pflegen. "Wenn sie aber selbst in die Situation der Pflegebedürftigkeit kommen, tappen sie in die Armutsfalle", sagte Heinisch-Hosek. Die dritte Gruppe sei die Frauen aus den Oststaaten, die hier betreuen. Heinisch-Hosek kritisierte hier vor allem diejenigen Organisationen und Makler, die "skrupellose Geschäfte mit den Betroffenen machen".

Auch Heinisch-Hosek betont, dass die Verordnung von Bartenstein nur eine Scheinlösung ist, die etwa Pflegende mit rumänischer Staatsbürgerschaft gar nicht betreffe, da sie den neuen EU-Staaten nicht angehören. "Unsere Lösung, das Modell 'Betreuung daheim' liegt auf dem Tisch. Es ist leistbar, es ist finanzierbar und die Pflegenden würden von anerkannten Trägerorganisationen angestellt werden und haben anständige Beschäftigungsbedingungen", so Heinisch-Hosek, die abschließend ebenfalls ihre Hoffnung, dass am 21. September bei der Nationalratssitzung das SPÖ-Modell beschlossen werde, zum Ausdruck brachte. "Dieses Modell könnte dann bereits ab 1. Jänner in Kraft treten", so Heinisch-Hosek abschließend. (Schluss) up

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